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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
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fuͤhren ſind. Sie werden ſogar ihren urſpruͤnglichen Cha⸗

rakter von ſelbſt wieder annehmen, wenn ſie ſich in einer dieſem Prozeß entſprechenden Lage befinden und die Ein⸗ miſchung der Menſchen aufhoͤrt. 1

Daß dieß aber nicht in kurzer Zeit geſchehen kann, iſt ſehr einleuchtend; denn eine Sache, die zu ſchaffen vielleicht Jahrtauſende erforderte, kann nicht ſo bald wie⸗ der ganz von ſelbſt verſchwinden.

Deſſen ohngeachtet iſt aber eine bedeutende Verſchlech⸗ terung in kurzer Zeit wohl denkbar(beſonders wenn die Lokalitaͤtsbeſchaffenheit mitwirkt), wovon man in der prak⸗ tiſchen Merinoszucht ſprechende Beweiſe hat. Sie ſcheint anfangs eben ſo raſchen Schritts ruͤckwaͤrts zu gehen, wie die Veredlung vorwaͤrts, wobey man in der erſten Generation ſchon ein Halb gewonnen hat, in der zweiten ein Viertel, in der dritten ein Achtel u. ſ. w. In demſelben Ver⸗ haͤltniſſe wuͤrde eine beabſichtigte Zuruͤckfuͤhrung auf den urſpruͤnglichen Charakter nur moͤglich ſeyn, und alſo dazu eine geraume Zeit gehoͤren. Wie viel mehr waͤre aber nicht dazu erforderlich, wenn der Menſch gar nicht dabey mitwirkte. Aber die erſten Ruͤckſchritte wuͤrden demohn⸗ geachtet ſehr merklich ſeyn, wofuͤr die unaufhoͤrliche Ge neigtheit zum Verſchlechtern ſpricht. Ueberdem ſcheint die ganze Natur in der Vernichtung einer durch Kunſt und menſchlichen Fleiß geſchaffenen Sache viel wirkſamer zu ſeyn, als bey ihrem Entſtehen, wo ihr Widerſtreben ſich uͤberall offenbaren wird, wenn ſie der Menſch in enge Bahnen zwaͤngt. Sie laͤßt ſich zwar geſtalten und for⸗ men, und durch die ununterbrochene Thaͤtigkeit der Men⸗ ſchen auch in dieſen widernatuͤrlichen Geſtalten und For⸗ men erhalten; aber zur Beſtaͤndigkeit ohne Unterſtuͤtzung ſind dieſelben nie zu bringen.