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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
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Vließ formiren, als waͤren die Haarſpiten mit einem Zuge abbarbiert haben ſollen. Ich habe dieſe Beſchrei⸗ bung irgendwo geleſen, womit der Verfaſſer das Bild der hoͤchſten Vollkommenheit in der edeln Schaafzucht malen wollte. Wahrſcheinlich hatte er aber nur die hoͤchſte Voll⸗ kommenheit der ſogenannten Infantado⸗Race im Sinne

denn die aͤchte Elektoral⸗Wolle oder der Saͤchſiſche

Wollcharakter vertraͤgt ſich nicht mit allen den erwaͤhnten

Eigenſchaften. Die hohe Feinheit, frappante Aehnlichkeit

im Wuchſe, in den Geſtalten und Qualitaͤt der Wolle, gleiche Bildung der Haarſpitzen findet man wenn auch nicht in ſo hohem Grade, wie hier der Verfaſſer bezeich⸗ nen will auch wohl hin und wieder in Sachſen; aber ein feſtes und undurchdringliches, gleichſam ſo ebenes Vließ, als waͤren die Haarſpitzen mit einem Zuge abbar⸗ biert, bey aͤchten vollkommenen Elektoral-Schaafen nie. Die letzkern Eigenſchaften ſetzen einen ſtarren ſehr dichten Wollwuchs voraus, der nur den Infantados eigen iſt.

Von den Elektorals iſt eine gewiſſe Lockerheit unzertrenn⸗

lich, der nur auf Koſten ihrer eigenthuͤmlichen Sanftheit und Milde entgegen gearbeitet werden kann, und eben deshalb iſt ein feſtes und undurchdringliches Vließ bey ih⸗ nen nicht denkbar. Die Seidenartigkeit der Wollhaare verhindert gleichfalls die ganz ebene Oberflaͤche des Vließes, indem die Wollfaͤden nicht ſteif genug ſtehen. Wenn man alſo annimmt, daß es nur Infantado⸗Staͤmme ſind, (Elektorals, wie ſie ſich in Sachſen finden, exiſtiren wahrſcheinlich in Spanien gar nicht) die eine Vollkom⸗ menheit erreicht haben, wie der Verfaſſer jenes Gemaͤlde zeichnet; ſo kann man den Spaniern wahrlich keine feh⸗ lerhafte Zuͤchtung zum Vorwurf machen, und wie waͤr⸗ dieß auch denkbar, da ſie ſo gut wie wir wiſſen muͤſſen, . 8 5*