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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
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Nachzucht nachhaltend etwas Infantadoartiges in der Wolle gezeigt haͤtte. I

Konſtante Race⸗Eigenſchaft der Vaͤter wuͤrde in ſol⸗ chen Faͤllen, wenn auch nicht die ganzen Heerden umge aͤndert, doch gewiß etwas Bemerkbares fuͤr ewige oder wenigſtens lange Zeiten zuruͤckgelaſſen haben, was bey einer erblichen und beſonders ſchlechtern Zumiſchung ſo leicht ge⸗

ſchieht. Aber die Eigenthuͤmlichkeit der Lokalitaͤt hat dem

ſofort entgegengearbeitet und den uͤbeln oder fremdartigen Einfluß wieder ſchnell verwiſcht, kurz der Saame iſt auf keinen fruchtbaren Boden gefallen.

Sachſen hat daher nicht den Vorzug in der Nace, ſondern in der Lokalitaͤt, und wenn es ſeiner Wolle nicht durch uͤbermaͤßige Futterung der Schaafe ſchadet, oder ſonſt Fehler bey der Zuͤchtung macht, ſo wird es auch immer die beliebteſten Elekta erzeugen; denn ſo viel Saͤchſiſche Schaafe frücher und ſpaͤter aus den edelſten Heerden nach allen Weltenden ausgefuͤhrt ſind: ſo wird man nie hoͤren und nie gehoͤrt haben, daß irgendwo der Saͤchſiſchen ganz gleiche Wolle zu finden iſt. Selbſt das Stammland der Saͤchſiſchen Schaafe: Spanien, hat ſie nicht von ſo beliebter Qualitaͤt aufzuweiſen. Man legt dieß zwar den Spaniſchen Schaafzuͤchtern zur Laſt; es fragt ſich aber, ob auch mit Recht? Schwerlich liegt es an der Zuͤch⸗ tung; denn wenn ſie dabey auch nur nach denſelben Grundſaͤtzen verfahren haben, wie wir in der zweiten Pe⸗ riode, was wahrſcheinlich ſchon ſeit Jahrhunderten mit groͤßter Konſequenz geſchehen iſt, ſo wird manchen Staͤm⸗ men nicht mehr viel zu thun uͤbrig ſeyn. Dieß iſt ſchon daraus zu ſchließen, daß bey vielen Staͤmmen die einzel⸗ nen Individuen ihrer Heerden, bey hoher Feinheit eine frappante Aehnlichkeit im Wuchſe, in den Geſtalten und Qualitaͤt der Wolle, gleiche Bildung der Haarſpitzen, die

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