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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
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daß die ſchoͤnſte Wolle am beſten bezahlt wird; denn das Intereſſe der Menſchen ſteigert immer bey Geſchaͤften und Handthierungen die Kenntniß und den Fleiß.

Es iſt aber kaum glaublich, daß die Spaniſchen Schaafzuͤchter je auf die Aehnlichkeit der Geſtalten u. ſ. w. Ruͤckſicht genommen haben ſollten; wahrſcheinlich hatten ſie nur Bedacht auf eine preiswuͤrdige und alſo feine Wolle, ſo wie dieß ebenfalls in fruͤhern Zeiten auch in Deutſchland der einzige Zweck war. Um ſo auffallender muß es ſeyn, daß ſich dieſe Aehnlichkeit in jeder Hinſicht demohngeachtet eingefunden hat, und man muß ſchon da⸗ durch auf die Vermuthung kommen, daß die Beſchaffen⸗ heit der Lokalitaͤt dabey wirkſam war.

Ungeachtet der einfachen Zuͤchtung, welche man noch

vor einem Jahrzehend in Sachſen beobachtete, finden ſich

dort haͤufig Heerden, deren einzelne Individuen ſehr viel Aehnlichkeit in den Geſtalten und dem Wollwuchſe mit einander haben. Wenn ſie nicht ſo frappant iſt, wie von mehrern Staͤmmen in Spanien behauptet wird: ſo koͤmmt dieß wohl daher, daß man nicht bey ganz reiner Inzucht geblieben und der Zeitraum noch nicht ſo ſehr lange iſt, wo man die Spanier einfuͤhrte. Sie iſt eben⸗ falls von dem Einfluſſe der Lokalitaͤt herzuleiten; denn darauf hingearbeitet hat man nie.

Endlich behauptet der Profeſſor Ribbe in dem ſchon mehr erwaͤhnten Werkchen, daß alle Schaafarten de⸗ ren er eine ganze Menge beſchreibt ein und dieſelbe Abſtammung haben. Er giebt als Beweis fuͤr ſeine Be⸗ hauptung an: daß alle Arten einen Begattungstrieb zu einander haͤtten. Ob dieſer Beweis ausreichend iſt, wol⸗ len wir dahin geſtellt ſeyn laſſen; es ſcheint mir aber außer Zweifel, daß die ſogenannten Spaniſchen⸗ und ge⸗ woͤhnlichen Landſchaafe, oder deutſchen Churres einerley

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