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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
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der das ſchwerſte Getreide liefert, iſt darum nicht immer der beſte, und ſo iſt eine Schaͤferei nicht immer die nub⸗

barſte, die die preiswuͤrdigſte Wolle traͤgt.

Die groͤßere Nutzbarkeit der Elektoral⸗Schaafe exiſtirt daher nur ia der Einbildung. Aber durch dieſe Einbil dung bekommen ſie eben einen hohen Werth, indem leb⸗ hafter Begehr danach iſt, der den Preis dafuͤr außeror⸗ dentlich ſteigert, ſo daß mitunter fuͤr wenige Zuchtthiere⸗ die einem im Rufe ſtehenden Elektoralſtamme angehoͤren, unerhoͤrte Summen bezahlt werden, ohne daß irgend je⸗ mand Vortheil dabey haͤtte als der Verkaͤufer. Der Kaͤu⸗ fer iſt wohl oft auf eine Lokalitaͤt angewieſen, die die theuer eingehandelte Waare einen ſehr zweideutigen Werth giebt.

Man ſollte ſich daher nicht irre machen laſſen und da, wo die Lokalitaͤt der Infantado⸗Race am beſten zu⸗ ſagt, nicht par force Elektorals einfuͤhren wollen; denn eines Theils wird es uns ſchwer, vielleicht gar nicht ge⸗ lingen; andern Theils iſt die Ausſicht ſehr mißlich, im Falle des Gelingens auf eben ſo gute Preiſe beym einſti⸗ gen Viehverkauf Rechnung zu machen; denn zu der Zeit, wo man dahin gekommen iſt, haben ſich die Anſichten vielleicht bedeutend geaͤndert.

Die Landwirthſchaft hat, wie die ſchoͤne Welt, ihre Moden. Einſt hatte ſie die Frieſiſchen Kuͤhe, ſpaͤter die Schweizer, dieſe wurden von Tyrolern verdraͤngt; aber auch dieſe ſcheinen ſchon wieder alltaͤglich zu werden, und ſo kehrt man, wie in dem Schnitt der Kleider, zu einer aͤltern Mode zuruͤck, naͤmlich: zu den Frieſiſchen Kuͤhen. Eben ſo will es mich mit der Schaafzucht beduͤnken. Noch vor einem Jahrzehend waren die bewachſenen ge⸗

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