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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
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im Preußiſchen Lande(vielleicht mit einzelnen Ausnahmen) weniger zu beklagen. Denn wenn man in Sachſen nur wenig reine Brache gehalten, weil man im Vergleich mit Preußen nur wenig Feld beſaß, ſo trieb man hier bey groͤßerem Raume ſtrenge Dreifelderwirthſchaft, wobey in der Brache nur etwas Erbſen und Wicken geſaͤet wurden. Es blieben alſo große Flaͤchen zur Weide, die, da ſie we⸗ niger beſtellt, auch weniger geackert wurden, mehr Gras⸗ wuchs hatten und in Verbindung mit der vorhandenen Raſenweide, woran es ſelten ganz fehlte, die aber oft

im Ueberfluß vorhanden iſt dem Schaafvieh immer

hinreichende Nahrung darbot. Es war auch wohl Heide zur Weide vorhanden, die bey Regenwetter ſehr gute Dienſte leiſtet und ſo kamen die Schaafe immer mit Baͤu⸗ chen wie Biertonnen des Abends in den Stall oder in die Horden.

Dieß war aber auch ſehr noͤthig; denn der Boden enthaͤlt ohnſtreitig mehr Saͤuern, wie in Sachſen und daß Saͤuern enthaltender Boden ſauere Graͤſer produzirt, und daß dergleichen Graͤſer weniger naͤhrend ſind, wie fuͤße, milde Graͤſer, hat die Erfahrung allgemein gelehrt. Haͤtten alſo die Thiere hier nicht mehr Quantitaͤt zu ſich nehmen koͤnnen, wie wir von Sachſen vernommen, ſo wuͤrden die Hirten bald ihrer Dienſte uͤberhoben geweſen ſeyn, indem die Thiere nach und nach vor Mattigkeit liegen geblieben, oder in Folge der Bleichſucht abgegan⸗ gen ſeyn wuͤrden; oder mit einem Worte: es waͤre keine Schaafzucht moͤglich geweſen.

Indeſſen bey der reichlichen, wenn auch weniger ſo⸗ liden, Weidenahrung wuchs das hier befindliche Vieh zu ſtarken dickknochigen, viel Umfang einnehmenden Geſtalten auf, indem die mangelnde Qualitaͤt durch die Quantitaͤt erſetzt wurde.

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