fie auf dem Felde alles zertraten und doch nur wenig fref⸗ ſen konnten; indem die Graͤſer mit Erde und Sand be⸗ ſchlagen waren.
Indeſſen iſt dieß noch nicht der ſchlimmſte Fall. Wenn ſie ſich auch nicht ſatt freſſen konnten, ſo gab es
doch immer trockene Tage und Stunden, auch hielt ſich
die Raſenweide gruͤn und ſie ſuchten ſich den Tag uͤber etwas zuſammen.
Viel ſchlimmer war fuͤr ſie eine anhaltende Duͤrre, die in dieſer Jahreszeit gewoͤhnlich iſt. Die allgemeine Hungersnoth nimmt alsdann uͤberhand; denn der Raſen wurde weiß und die Felder ſo hart wie ein Scheunflur, ſo daß kein Grasſpitzchen hervor kam.
Um Johannis, wo die Brache umgepfluͤgt war, ſtei⸗ gerte ſich die Noth aufs Hoͤchſte und man begreift nicht, wovon die Schaafe lebten. Sie kratzten zwar die Wur⸗ zeln aus der Erde und nagten die Rinde von den Baͤu⸗ men; aber damit war ihnen wenig geholfen. Wenn man auch die Brache nicht haͤtte pfluͤgen wollen, um den Schaafen dadurch ſo viel wie moͤglich zu helfen, es waͤre dadurch nichts gewonnen; denn der ohnehin ſchon kaͤrgliche Graswuchs hoͤrte dennoch ganz auf, weil der Erdboden hart geworden, die Vegetation außerordentlich beeintraͤch⸗ tigte. Auch war man viel zu guter Ackerwirth, um zu dieſer Maaßregel zu ſchreiten. Der Schaͤfer mußte daher
gewaͤrtig ſeyn, daß ſeine Heerde vom Hunger uͤberwaͤltigt,
ungeachtet des Hetzens und Wehrens der Hunde, in's erſte beſte Getreidefeld eindrang und durch nichts eher wie⸗ der fort zu bringen war, bis ſie den nagendſten Hunger etwas geſtillt hatte.
Gewoͤhnlich tritt kurz nach Johannis die Rapserndte
ein; da der Raps aber gewoͤhnlich ſehr dicht ſteht, ſo iſt ſelten viel Gras in den Stoppeln. Dieſe Weide war fuͤr
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