110 Verſuche und Beobachtungen
fen wahr, als mit bloßen Augen: aber ſo ſehr vermeh⸗ ret ſich ihre Menge doch nicht, wie zwiſchen Objektiv⸗ glaͤſern und ebenen Spiegeltaͤfelchen, weil an gedachten Blaſen bloß die gelben und hochblauen Streifen weiter zerlegt, oder je in drei andere Streifen verwandelt werden: die gelben naͤmlich in rothe, gelbe und gruͤne, die hochblauen in gruͤne, hochblaue und veilchen⸗ blaue. Hier liegt alſo die Alrſache der Vermehrung bloß darin, daß die gelben und hochblauen Lichter nicht einfach, ſondern je aus zwei andern einfachen zuſam— men geſezt ſind.
Was nun bei allen dieſen ſonderbaren Erſcheinun⸗ gen diejenige Urſache betrift, vermoͤge welcher die Stel— len, die beim Daraufſehen ſchwarz erſcheinen, beim Hindurchſehen ſich weiß zeigen, und umgekehrt; oder warum die veilchenblauen Stellen von der hintern Seite betrachtet, gelb, die hochblauen roth, die gruͤnen pur⸗ purfaͤrbig, die gelben veilchenblau, die rothen hoch⸗ blau, die meergruͤnen karmeſinroth, erſcheinen: ſo iſt ſelbige aus den weiter oben bewieſenen Saͤtzen von den drei einfachen Grundfarben ſehr leicht aufzufinden.
Wo naͤmlich bloß die veilchenblauen Theile des ein⸗ fallenden Lichtes reflektirt werden, da gehen die uͤbri⸗ gen, oder die gruͤnen und rothen, hindurch, welche zuſammen gelbes Licht geben. Wo aber die veilchen⸗ blauen und gruͤnen Theile, welche hochblaues Licht ge⸗ ben, zuruͤcke kehren, da koͤnnen freilich nur noch die uͤbrigen, oder die rothen hindurch fahren. Kehren ferner
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