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Versuche und Beobachtungen über die Farben des Lichtes ... : Mit vier Kupfertafeln / angestellet und beschrieben von Christian Ernst Wünsch, Doktor der Weltw. und Heilkunde, wie auch Profess. der Mathem. und Physik zu Frankfurt an der Oder
Entstehung
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104 Verſuche und Beobachtungen

keine merkliche Kruͤmmung haben. Hinter die Glaͤſer ſtelle man in einiger Entfernung eine große weiße Ta⸗ fel: ſo werden ſich auf derſelben die reflektirten Farben⸗ kreiße ſowohl als die hindurchgefahrnen nicht nur ſehr diſtinkt ſondern auch groß genug abbilden, und man wird ſich leicht mit eigenen Augen uͤberzeugen, daß alle Stellen, welche nur veilchenblaues Licht reflektiren, das gelbe hindurch laſſen, indem diejenigen, welche das hochblaue hindurch laſſen, bloß das rothe zuruͤcke wer⸗ fen, und ſo weiter. Veraͤndert man den Winkel, wel⸗ chen die Glaͤſer mit gedachten einfallenden Stralen ma⸗

chen, ein wenig: ſo verengern oder erweitern ſich zwar

auch die farbigen Ringe, aber dieſe Veraͤnderung ent⸗ ſpricht in Hinſicht auf gedachten Farbenwechſel in bei⸗ den Bildern einander vollkommen.

Noͤthig iſt es im uͤbrigen allerdings, daß die ge⸗ dachten Planglaͤſer eine betraͤchtliche Dicke haben: denn ſonſt biegen ſie ſich unregelmaͤßig, und ſtellen zwiſchen ſich eine Art von regenbogenfarbigen Vermicelli dar, welches bei jedem einzelnen Drucke ſeine Geſtallt und Farben aͤndert. Tab. IV, Fig. 8, habe ich etliche ſolche wurmfoͤrmige Windungen abgebildet, welche ſich ſehr leicht zwiſchen zwei Taͤfelchen von ordinaͤren Spiegel⸗ glaſe hervorbringen laſſen, die man zu dieſem Behufe nur ein wenig an einander reiben, und ſodann ſanft zu⸗ ſammen preſſen darf.

Bringt man ein paar ſolche zuſammen geklammerte Glaͤſer mit ihren farbigen Ringen unter die Kampane, und