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Versuche und Beobachtungen über die Farben des Lichtes ... : Mit vier Kupfertafeln / angestellet und beschrieben von Christian Ernst Wünsch, Doktor der Weltw. und Heilkunde, wie auch Profess. der Mathem. und Physik zu Frankfurt an der Oder
Entstehung
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X Vorbericht.

handlung uͤber die Farben geſammlet hat, wie ich aus der allgemeinen Litteraturzeitung erſehe. Denn die Abhandlung ſelbſt, welche gewiß in mancherlei Ruͤckſicht hoͤchſt wichtig ſeyn muß, habe ich bisher weder aus Leipzig, noch aus Berlin, noch aus Weimar erhalten koͤnnen, ohngeachtet unſer hieſiger Buchhaͤndler, Herr Kunze, nach allen dieſen Staͤdten ausdruͤcklich darum geſchrieben hat.

Schwaͤrze laͤßt ſich nicht in Farben zerle⸗ gen. Denn ſie iſt kein Licht, und enthaͤlt folg⸗

lich auch keine Farbe, kann aber gar wohl in

einem Pigmente ſtecken. Sie iſt vielmehr ein bloßer Mangel alles Lichtes, folglich aller Far⸗ ben, und ſie exiſtirt nur an denjenigen Stellen, wo gar kein Licht, wo gar keine Farbe iſt. Die⸗ jenigen Stellen hingegen, welche ſehr wenig Licht von allen Farben in unſere Augen ſenden, ſehen wir grau: ſo, wie wir diejenigen, welche vie⸗ les Licht von allen Farben zugleich auf unſe⸗ re Sehorgane leiten, weiß zu nennen pflegen. Weiß iſt alſo auch keine Farbe, ſondern weißes Licht ſchlechthin, ohngeachtet es weiße Pigmen⸗ te giebt, welche man im gemeinen Leben weiße Farben nennt. Sehen wir demnach durchs

Priſma

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