Druckschrift 
Versuche und Beobachtungen über die Farben des Lichtes ... : Mit vier Kupfertafeln / angestellet und beschrieben von Christian Ernst Wünsch, Doktor der Weltw. und Heilkunde, wie auch Profess. der Mathem. und Physik zu Frankfurt an der Oder
Entstehung
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Vorberichk. X

ſen aber ja alle Naturforſcher, daß kein Pig⸗ ment, und waͤre es auch der ſchoͤnſte Karmin, oder das praͤchtigſte Wunderblau, reines homo⸗ genes Licht zuruͤcke giebt, ſondern außer der Grundfarbe, die es eigentlich reflektirt, noch eine Menge von allen uͤbrigen farbigen Theilen des Lichtes, wovon es erleuchtet wird, in un⸗ ſere Augen zuruͤcke ſendet. Wie mag denn al⸗ ſo Marat auf eine ſo verkehrte Interpretation des Newtoniſchen Scholions gerathen ſeyn? Scharlach, zum Beyſpiele, giebt zwar aller⸗ dings nur hauptſaͤchlich den rothen homogenen Theil des Lichtes, das ihn beleuchtet, zuruͤcke: aber ein wenig von dem gruͤnen und veilchen⸗ blauen, folglich auch ein wenig von dem gel ben und hochblauen, reflektirt er dennoch eben⸗ falls. Dieß gilt nun von allen gefaͤrbten oder farbigen Koͤrpern; und folglich gehoͤren hie⸗ her auch die farbigen Streifen, die manche Beobachter an die Wand malen, um ſie durchs Priſma zu betrachten, und etwas neues daran zu entdecken.

Faſt in einen aͤhnlichen Irrthum ſcheint nun auch der Herr geheime Rath von Goͤthe gera⸗ then zu ſeyn, als er den Stoff zu ſeiner Ab⸗

handlung