Druckschrift 
Nachricht von der Verwallung und Urbarmachung der Warthebrücher / [Verf.: Friedrich Heinrich Stubenrauch]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

me ſich ſo, wie in den vorigen Jahren geſchehen, noch alle Jahr mehr erhoͤhen⸗ und alſo der Waſſerſtand darnach, bey hohem Waſſer, immer noch hoͤher wird,

und zur guten Jahrszeit, niemals niedrig werden kann. Z. E. Anno 1730 iſt der Waſſerſtand in der Oder 13 Fuß Zoll geweſen; Anno 1785, 15 Fuß

1 Zoll, und in der Maaße kann man annehmen, daß er in kuͤnftigen Jahren endlich bis auf 17 Fuß ſteigen werde. Die Folge davon wuͤrde ſeyn, daß, ſo wie in gedachten Jahren, ſo noch vielmehr in der Zukunft, Durchbruͤche in den for midabeln Oderwaͤllen entſtehen, und dabei der Kietz, die lange Vorſtadt, und ſelbſt die Veſtung Cuſtrin in die aͤuſſerſte Gefahr geſetzt werden wuͤrde, zu deren Retabliſſement gewiß zehnfach ſo hohe Koſten als jetzt, zur Vorbeugung ſolcher Ungluͤcksfaͤlle, erfordert werden wuͤrden. Ferner hat es nun ſchon die Erfahrung ſeit 20 Jahren beſtaͤtiget, daß die unverwallten Neumaͤrkſchen Doͤr⸗ fer Schaumburg, Calentzig, Clewitz und Niederwutzen immer mehr zuruͤckge⸗ kommen, ihre aͤndereien verſandet, und ihre Ufer abgeſpuͤlt worden ſind. Acta ſprechen davon, und ein jeder wird eingeſtehen, daß, wenn die Canaͤle ſchon vor 20 Jahren gemacht, und der Strom regulirt worden waͤre, den Doͤrfern beſſer geholfen worden ſey. Sollte alſo eine vollſtaͤndige Vorkehrung noch eben wieder ſo lange Anſtand haben, ſo wuͤrde zuletzt von den Grundſtuͤk ken dieſer Doͤrfer gar nichts mehr uͤbrig bleiben. Eben dieſes hat auch an der Warthe ſtatt. Stauet der Strom von Jahr zu Jahr hoͤher herauf, wird der Waſſerſpiegel nicht erniedriget, und erfolgt alſo auch nicht einmal im Som mer ein kleinerer Waſſerſtand mehr, ſo erfolgen von Jahr zu Jahr mehrere Durchbruͤche. Die Intereſſenten koͤnnen die Waͤlle nicht erhalten, weil ſie kei⸗ ne Erde haben, und ſie koͤnnen weder ſaͤen noch erndten, noch ihr Vieh weiden, noch Heu machen, weil ſie zu jeder Zeit uͤberſchwemmt ſeyn, oder Ueberſchwem⸗ mung fuͤrchten muͤſſen; und hieraus wird einleuchtend genug werden, daß die groͤßten Vortheile darin beſtehen, daß ſchon etablirte Werke erhalten werden, und erhalten werden muͤſſen, und daß, durch dieſe Vorbeugungsmittel, wel⸗ che zur rechten Zeit angewandt worden, viele traurige Huͤlfsmittel, zur Zeit der Noth, erſpart werden. Man wird freilich nicht verlangen, daß dadurch alles Ungluͤck vor beſtaͤndig verhuͤtet werden ſolle und koͤnne, denn das iſt bei keinem Element, ſo wenig bei Waſſer als bei Feuer, moͤglich. Allein, ſo wenig man Feuerſpruͤtzen und Feueranſtalten verachten, und vernachlaͤßigen wird, weil doch Feuer entſtehet, und Haͤuſer und Staͤdte und Doͤrfer ab⸗ .*2. hrennen),

2

ixinͤ

r

ſ

8 y

y