Teil eines Werkes 
Theil 1 (1761) Der Physischen Chemie erster Theil, welcher von der Natur und Beschaffenheit der Chemie überhaupt, von ihrer Geschichte, Zeichen sowol leidenden als wirkenden Werkzeugen, und endlich von den Arbeiten und hervorgebrachten chemischen Cörpern, auf systematische Art handelt / aus dem Schwedischen ins Lateinische übersetzt und vermehrt von dem Verfasser Joh. Gottschalk Wallerius ... und nunmehr ins Teutsche übersetzt mit Anmerkungen von Christ. Andr. Mangold
Entstehung
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zungen herge⸗ rungs⸗ in der anch, aterlaë wenig zugleich ſchaften kknüͤpfet

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und ihrer Eintheilung uͤberhaupt. 5

Daß man aber dieſe Erkaͤntniß durch die Chemie erlan⸗ gen koͤnne, wird von vielen gelaͤugnet, denen nemlich, nach unſerer Meinung, nicht alle Mittel und Kunſtgriffe bekant ſind, deren ſich die Chemiſten, das innere der Koͤr⸗ per zu ergruͤnden, bedienen. Es iſt wahr, daß eine trocke⸗ ne und heftige Deſtillirung aus allen Gewaͤchſen, ſie moͤ⸗ gen gewuͤrzhaft oder giſtig ſeyn, einerley Dinge hervor⸗ bringt; allein wer wolte behaupten, daß man eben dieſel⸗ ben auch erhalten werde, wenn man die Dinge, die durch eine gelinde und geſchickte Deſtillirung, durch ſinnliche Empfindungen, durchs Auspreſſen, und Unterſuchen der ausgepreßten Saͤfte, durchs Ausziehen und andere derglei⸗ chen dienlichere Unternehmungen herfuͤrgebracht werden, ſchaͤrfer zu unterſuchen, ſich bemuͤhete? Wie wuͤſten zum Beyſpiel die Aerzte, daß eine ſeiffenartige Miſchung von aufloͤſender Kraft ſey? daß die erdigt⸗ſaure Koͤrper zuſam⸗ menziehen, und ſalzigt⸗oͤhligte, die Art der Seiffe an ſich nehmen, u. ſ. w. wenn es nicht die Chemiſten durch ihre Verſuche bewieſen haͤtten. Es iſt alſo auſer allem Zwei⸗ fel, daß eine vernuͤnftige Materia medica, theils auf der Erfahrung, theils auch auf chemiſchen Verſuchen beruhet, ja daß durch Huͤlfe der Chemie viele vortrefliche Arzney⸗ mittel erfunden worden ſind. Allein hievon wird ſich weit⸗ laͤuftiger in der Materia medica handeln laſſen, die wir zum Druck faſt fertig und bereit haben.

Anunmerkung. Was die Art Recepte zu verſchreiben an

langt, ſo halten wir davor, daß man das Verſchreiben ſelbſt und die Anwendung des verſchriebenen Mittels zu einer gewiſſen Krankheit wohl von einander unterſcheiden muͤſſe; dieſes lehret die allgemeine Geneßkunſt und beſon⸗ ders die Kunſt, jede Krankheiten zu curiren; jenes aber muß aus der Natur und Beſchaffenheit des Arzneymittels gelernet werden. Z. E. Die Zufalle einer Krankheit er⸗ fordern, daß man die Brechwurzel(Ipecacuanh.) gebe; wie nun dieſelbe zu verordnen ſey, ob ſie als ein Pulver oder auf andere Art, in dieſer oder jener Vermiſchung ge⸗ geben werden muͤſſe, kan man nicht ſowol aus der Art der Krankheit, als vielmehr aus der Beſchaffenheit dieſer Wurzel erkennen. Ein Arzt wuͤrde ſich bey dem Apothe⸗ ker ſehr laͤcherlich machen, wenn er ſie in Waſſer abge⸗

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