4 Cap. I. Von der Chemie
tur und Beſchaffenheit der Coͤrper vorgetragen wird, wenn man dieſe Arbeiten und Bereitungen zulaͤng⸗ lich erkennen, oder ſie andern bekant machen ſoll; deswegen iſt auch die reine Chemie als der Grund von der Angewendeten anzuſehen, die ſich fuͤglich in 9 Theile bringen laͤſt:
1) Die mediciniſche Chemie, welche die Arzeney⸗ mittel erkennen, unterſuchen und bereiten lehret; dieſe hat unter ſich—
a) die Materiam medicam, ſo die Kraͤfte der Arze⸗ neymittel und der ſchaͤdlichen Dinge; wie auch die Art und Weiſe, wie dieſelben in den Menſchlichen Cor⸗ per wuͤrken, erklaͤret. Sie gruͤndet ſich theils in der chemiſchen Raͤntniß dieſer Coͤrper, nach ihrer Natur und Beſchaffenheit, theils auch in der Erfahrung.
b) die Apothekerkunſt,(pharmacevticam,) welche die Bereitung, Erhaltung und noͤthige Unterſuchung der Arzeneymittel anzeiget.
o) Die Art Becepte zu verſchreiben, welche in Abſicht auf die rechte und nuͤtzliche Miſchung der Ar⸗ zeneymittel, ganz und gar auf die vorhergehenden Thei⸗ le der mediciniſchen Chemie ſich gruͤndet.
1. Anmerkung. Wir geben zu, daß man Beſchreibungen und Kennzeichen, ſo aus der natuͤrlichen Geſchichte herge⸗ nommen ſind, wodurch man die Arzeney⸗ und Nahrungs⸗ mittel, auch den Gift erkennet und unterſcheidet, in der
Materia medica haben muͤſſe; wir glauben aber anch, daß dergleichen geſchichtmaͤßige Abhandlung der Materiae medicae in der Ausuͤbung der Arzneywiſſenſchaft wenig
Rutzen haben werde, woferne nicht mit derſelben zugleich eine voliſtaͤndige Erkaͤntniß, der Kraͤfte und Eigenſchaften Bedahle Mittel, und ihre Art zu wuͤrken, verknuͤpfet
Daß


