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wo dieſe gebluͤht haben, finden wir einſtimmig eine Race Schafe, die Wolle von weit vorzuͤglicher Guͤte tragen,
als in der ganzen Umgegend anzutreffen iſt. Wo die hoͤch⸗
ſten Wohlthaten des geſellſchaftlichen Lebens nur wenig
gekannt und geachtet ſind, treffen wir bisweilen auf den
harten und ſcheuen Argali, der vor den Jaͤgern in die Schlupfwinkel entflieht, die nie ein menſchlicher Fuß be⸗ treten hat. Wo aber der landwirthſchaftliche Karſt den Boden kehret, draͤngen ſich die Ziege und das ihr ver⸗ wandte Schaf, die in ihrer Geſtalt oder in ihrem Vließ nur wenig unterſchieden ſind, um das Zelt des Hirten, und fordern die Wartung, die zu ihrem Beſtehen noth⸗ wendig iſt. Solch grobes Vieh wie das, was noch jetzt auf den Ebenen des alten Scythiens herumſtreift, iſt der ſtrengſte Beweis, daß es ſich nie der belebenden Strahlen der Wiſſenſchaft erfreut hat. In andern Gegenden aber, jenſeits der Alpen zum Beiſpiel, erkennen wir die Ab⸗ koͤmmlinge einer Race, die in den beſſern Tagen Roms gebluͤht hat. In der Tuͤrkei entdecken wir, noch ſelbſt unter dem gegenwaͤrtigen Geiſtesdruck, die Spuren von Heerden, die einſt, uͤber die Ebenen Arkadiens verbreitet, das Ergoͤtzen ihres Schaͤfers und der Gegenſtand ſeines Sennes waren. In Syrien und Perſten iſt in der Vor⸗
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zuͤglichkeit der Vließe, die von ihren Heerden gewonnen oerden, der Einfluß der alten Manufacturen noch immer ſichtbar. Nicht weniger iſt das ehemali ge Lybiſche Wohlleben an der Afrikaniſchen Kuͤſte bemerkbar, wo wir Vließe an⸗ treffen,— die ein Europaͤer mit Recht neidiſch ſeyn koͤnnte. Vielleicht moͤchte auch die Vermuthu ng nicht ungegruͤndet ſeyn, daß der anerkannte Vorzug der Tauri⸗
reung eng mut


