— 11— §. 2. Beſchreibung ihrer Pelze.
Doch haben die meiſten Schafe, denen die Wolle fehlt, eine Art Pelz. Bisweilen ſtarren ſteife, kurze und dunkle Haare aus der Haut in betraͤchtlichen Zwiſchen⸗ raͤumen von einander, etwa wie die Borſten beim Schwein, und laſſen dazwiſchen die Fleiſchfarbe der Haut erblicken; andere haben einen groben, doch glatteren Pelz, deſſen ſeidenartiger Glanz zum Befuͤhlen einladet, und welcher unter der Behandlung eines morgenlaͤndiſchen Schaͤfers eine Dichtigkeit bekommt, wie kaum dergleichen bei unſern gut geputzten Pferden fich findet. Schafe dieſer Art fin⸗ den ſich in einem großen Theil der Tartarei, waͤhrend die von einem rauheren Aeußern in Afrika, Oſtindien und im Chineſiſchen Reich verbreitet ſind.
Eine andere Art Schafe, wenn wir den Unterſchied vom Pelz allein hernehmen, traͤgt ein viel laͤngeres und zottiges Haar, das nicht dicht ſteht, aber in einem derben und wellenfoͤrmigen Stapel herniederhaͤngt. Auf den er⸗ ſten Anblick gleichen dieſe dem alten langwolligen Schaß der mittellaͤndiſchen Grafſchaften; bei einer naͤheren An⸗ ſicht zeigt ſich ihr Pelz ganz deutlich als eine haarige Subſtanz, welche an ihrer Wurzel eine feine kurze und fluumartige Wolle verbirgt. Dieſe wird vermittelſt zweckmaͤßiger Inſtrumente von dem Haar abgeſondert un
in Manufacturen gebraucht. Dieſe Art Vließe findet
ſich ſehr haͤufig im noͤrdlichen Europa, in vielen Theilen des Ruſſiſchen Reichs, an den Kuͤſten des ſchwarzen Mee⸗ res, unter den aſiatiſchen Tartaren, am Vorgebirge der guten Hoffnung und in Suͤdamerika.
Dieſe Vließe weichen in der Laͤnge des Haars, in
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