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Anleitung zum praktischen Wiesenbau : mit besonderer Berücksichtigung des Zustandes und der Bedürfnisse der norddeutschen Wiesenwirthschaft / entworfen von Alexander von Lengerke
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390 Die Hervorbringung . 117 von 117 Pfd. Heu koſtet an Arbeit 56. XS4,3= 5 bl.,

2 ½ Scheffel Kartoffeln 2 X✕ 3,3= 7,7 1 Haſer....... 13,4 Die Koſten der Haferfütterung verhalten ſich hiernach zu denen der Kartoffelfütterung wie 100: 58 und Kleeheufütterung wie 100:40.

Oder, wenn man bisher für 100 Thlr. Hafer mit dem Nutzvieh verfüt⸗ terte, ſo erſpart man durch die Subſtitution der Kartoffeln 42 Thlr. und durch die des Kleeheues 60 Thlr.

Es folgt hieraus, daß man in ſolchen Dreifelder⸗ und Koppel⸗ wirthſchaften, wo das Heu entweder ganz fehlt oder doch nicht in hinreichender Menge vorhanden iſt, ſeine Zuflucht nicht zur Körnerfütterung, ſondern zum Anbau der Futterge⸗ wächſe nehmen muß. Da nun dieſe Futtergewächſe in keinem andern Wirthſchaftsſyſtem ſo wohlfeil erzeugt werden können, als in der Fruchtwechſelwirthſchaft, ſo folgt hieraus ferner, daß dieſe Güter einen ſolchen Theil ihrer Ackerfläche, der hinreichend iſt, das nöthige Winterfutter an Heu, Kartoffeln u. ſ. w. zu liefern, in Fruchtwechſelwirthſchaft legen müſſen, wenn auch der Getreidepreis nicht die Höhe und der Acker nicht den Grad von Fruchtbarkeit er⸗ langt haben, wo dieſe Wirthſchaftsart für die ganze Ackerfläche zweck⸗ mäßig wäre*»f.

Aber nur auf reichem Boden wird die Production der Futterge⸗ wächſe wohlfeil; auf armem Boden verſagt der Klee ganz und die Kartoffeln geben einen ſo geringen Ertrag, daß ihre Production leicht das Doppelte von dem koſtet, was hier dafür berechnet worden.

Wir werden dadurch zu einer neuen intereſſanten Frage geführt:

*) Im Allgemeinen enthält gewiß die nachſtehende Aeußerung eines tüchtigen mecklenburgiſchen Praktikers viel Wahres.

Wer ſeine Wieſen cultivirt ſagt derſelbe und einen Theil der Weide zum Anbau von Klee und Kartoffeln beſtimmt, wird aus ſeinem Nutzviehe mehr Ertrag haben, als ohne Einſchränkung der Weide; er wird ſein Grundſtück in höhere Cultur bringen und daher auch, bei vielleicht eintreten⸗ den höhern Kornpreiſen, den größten Theil und mehr Korn zu Markte brin⸗ gen können, als der, welcher die Einſchränkung der Weide für Thorheit hält, weil er, wenn nicht reichlich Heu vorhanden iſt, noch einen Theil von ſeinem Kornproduct mit dem Nutzviehe verfüttern muß, wenn er es im gu⸗ ten Stande erhalten will, weil er die Productionskraft des Bogens ſehr we⸗ nig vergrößert.

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