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Anleitung zum praktischen Wiesenbau : mit besonderer Berücksichtigung des Zustandes und der Bedürfnisse der norddeutschen Wiesenwirthschaft / entworfen von Alexander von Lengerke
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Wird nämlich bei mangelnden Wieſen auf Acker von mittlerem oder geringem Reichthum es zweckmäßig ſeyn, einen Theil des Ackers in hohe Dungkraft zu ſtellen und Fruchtwechſelwirthſchaft darauf ein⸗ zuführen, wenn die Bereicherung dieſes Theils der Ackerfläche nur auf Koſten des andern größern Theils geſchehen kann?

Herr v. Thünen bemerkt, daß er hierüber kein beſtimmtes Ur⸗ theil zu fällen wage, aber er glaube, daß die genauere Unterſuchung dieſe Frage bejahend beantworten würde.

Je ärmer indeſſen der Acker im Ganzen, je ſchlechter die phyſiſche Beſchaffenheit des Bodens ſey, um deſto größer wären die Schwierig⸗

keiten beim Anbau der Futtergewächſe, und es erkläre ſich hieraus, e warum in Gegenden, wo ſolcher Boden vorherrſcht, die Wieſen einen in ſo hohen Werth hätten, daß ihr Beſitz faſt die Bedingung ſey, unter ur welcher man nur Ackerbau treiben könne.

e⸗ Es gibt aber auch ſolche Wirthſchaften, wo das Verhältniß der n Wieſen zum Ackerlande von der Größe iſt, daß umgekehrt der Werth 8 erſterer für die Wirthſchaft bedeutend ſinkt und das Heu ſich bei der 2 Verfütterung nicht unmittelbar durch die thieriſchen Producte bezahlt macht; in dieſem Falle wird der daraus erfolgende Miſt das Deficit n ſchwerlich decken, und es wird räthlich werden, einen Theil des Heues unmittelbar zu verſilbern.

füt⸗

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.§. 165. Gelegenheit zu Meliorationen. 3 Koppe bemerkt ſehr richtig, daß, obgleich der Werth einer Sache, 4 den ſie anzunehmen fähig ſey, wenn noch eine directe Auslage auf t ſie verwendet werde, im Augenblick des Kaufes noch keine Verände⸗ rung erlitten habe, ſo werde bei der Erwerbung von Grundſtücken doch häufig darauf Rückſicht genommen, ob ſie verbeſſerungsfähig wären oder nicht. Die Wahrſcheinlichkeit, daß das aufzuwendende Meliorations⸗Capital viel geringer ſeyn werde, als der durch ſeine Verwendung erhöhte Grundwerth, beſtimme den Käufer oft, ein hö⸗ heres Kaufgeld zu zahlen, als die bisherige Benutzung rechtfertige. Allerdings dürfte bei dermaliger Beſtimmung des Pfandwerthes unſerer Wieſen ein Umſtand nicht unerwogen bleiben, deſſen Werth nicht mehr, wie häufig früher, von einer einzelnen Perſönlichkeit abhängt, ſondern einen ſichern Bürgen ſeiner gleichmäßig ein⸗ träglichen Dauer an der allgemein viel fortgeſchrittenen und unab⸗ 3 läſſig weiter ſtrebenden Praxis hat. 7 Allenthalben da, wo Lage der Wieſen und Quantität des zur