Druckschrift 
Anleitung zum praktischen Wiesenbau : mit besonderer Berücksichtigung des Zustandes und der Bedürfnisse der norddeutschen Wiesenwirthschaft / entworfen von Alexander von Lengerke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

389 Wieſen zur Größe des Ackerlandes« ſpricht, mitgetheilt, deren Einſchal⸗ tung hier vielleicht Veranlaſſung zur genauern Erörterung der letztern Hälfte obiger Aufgabe bei unſern rationellen Wirthen geben dürfte.

Wenn heißt es mit einem Gute ,welches in Koppel⸗ oder Dreifelderwirthſchaft liegt, keine Wieſen verbunden ſind und das Nutzvieh nur im Winter mit bloßem Stroh unterhalten wird, ſo ma⸗ gert das Vieh im Winter ſo weit abdaß es den größten Theil des auf der Weide verzehrten Graſes zu ſeiner Erholung und zur Herſtel⸗ lung der Beleibtheit anwenden muß und nur einen geringen Theil desſelben auf die Erzeugung von Milch oder Wolle verwenden kann. Unter dieſen Umſtänden iſt aber der Rohertrag des Viehes ſo gering, daß dadurch die Koſten der Viehhaltung kaum gedeckt werden, daß folglich nicht bloß das verfütterte Stroh, ſondern auch die Weide ſelbſt gar keine Nutzung abwirft.

In einem ſolchen Verhältniß wird es nothwendig, dem Viehe im Winter durch Körnerfutter zu Hülfe zu kommen ſey es nun, daß man das Korn rein gibt, oder daß man das Stroh nicht rein ausdre⸗ ſchen läßt, um dasſelbe in einem ſolchen Zuſtande zu erhalten, daß wenigſtens die Nutzung der Weide nicht ganz verloren gehe.

Das Zugvieh muß, wie es Jedem einleuchtet, immer in dem Stande erhalten werden, daß es die geforderte Arbeit vollbringen kann. Fehlt nun das Heu, ſo muß dieß augenſcheinlich durch Koͤrnerfütterung er⸗ ſetzt werden.

Vergleicht man aber die Productionskoſten des Kleeheues und der Kartoffeln mit denen des Getreides, ſo findet man, daß dieſes ein weit theureres Futter iſt, als Kleeheu und Kartoffeln.

v. Thünen's Berechnungen über die belgiſche Wirthſchaft ergeben, daß die Hervorbringung. von 1 Scheffel Haber an Arbeitskoſten erfordert... 13,4 ßl. 1 Kartoffein.... 3,3 441 Centner Kleche........ 4,3

Nach andern Beobachtungen und Berechnungen nimmt Herr v. Thü⸗ nen ferner an, daß ein Scheffel Haber incluſive des mit demſelben ge⸗ ernteten Strohes fur das Nutzvieh und zum Theil auch für das Zug⸗ vieh bei welchem aber nicht das ganze Quantum der Körner durch Heu erſetzt werden kann einen gleichen Futterwerth habe mit 117 Pfd.

Kleeheu oder mit 2 ¼ Scheffel Kartoffeln.