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Anleitung zum praktischen Wiesenbau : mit besonderer Berücksichtigung des Zustandes und der Bedürfnisse der norddeutschen Wiesenwirthschaft / entworfen von Alexander von Lengerke
Entstehung
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vorzüglichſten Wieſen ausgeſtatteten Gegenden gehört der Schwalm⸗ grund, der am Hange des Vogelberges ſeinen Anfang nimmt und ſich bis an das Amt Felsberg zieht, wo ſich die Schwalm in die Eder ergießt. Auch in dem Odenwalde, in dem zwiſchen Reinheim und Überau liegenden Thale ꝛc. gibt es viele und herrliche Wieſen. Ganz Rheinheſſen, das 424,146, Morgen Ackerfeld hat, zählt dagegen nur 29,776, Morgen Wieſen, die meiſten im Canton Oſthofen, die wenigſten im Canton Mainz. Der bedeutendſte Wieſengrund iſt die Niederung des Rheines von Worms an bis in die Gegend von Bin⸗

gen; hiernach folgt das Selzbacher Wieſenthal.

Seit der Einführung des Wieſencultur⸗Geſetzes(1830) hat ſich hier die Beſchaffenheit der Wieſen in überraſchender Art und Weiſe gebeſſert. Die Anwendung ſeines Geſetzes wurde ſehr unterſtützt durch, auf Veranlaſſung des heimiſchen Landwirthſchafts⸗ Vereins, Seitens des Oberforſtraths Zamminer ausgeführte, techniſche Unterweiſung junger Leute aus dem Bauernſtande in der Praxis der Wieſenver⸗ beſſerungen; ferner durch die ausgezeichnete Thätigkeit, mit welcher der damalige Secretär der großherzoglichen Vereine, Pabſt, ſich der Anordnung und Leitung der erſten und zum Theil wirklich grandioſen Meliorationen unterzog. Jedenfalls geſchah von den drei Provinzen in Starkenburg das Meiſte, wenngleich hier auch noch manche Verbeſſe⸗ rung zu wünſchen übrig bleibt; namentlich fehlt es nicht ſelten an einer vollſtändigen durchgreifeuden Entwäſſerung. Ähnlich ſteht es in Oberheſſen. Wir finden Gemarkungen mit ſehr lobenswerthem Wieſen⸗ bau, wie z. B. Nidda, neben ſolchen, wo man ſich gar nicht darum bekümmert. Rheinheſſen hat manche Wieſengründe, die nicht bewäſſert werden können, oft aber zufolge des Steigens des Rheins, beſonders innerhalb der Dämme, durch das Quellwaſſer verwäſſert werden. Die außerhalb der Dämme gelegenen Wieſen bekommen durch die Überſchwemmung des Rheins neue Kräfte, aber auch manchmal Ver⸗ ſandung zugeführt. Wo das Wäſſern nicht behindert wird, geſchieht es zum Theil ſchon mit großem Fleiß und Umſicht.

§. 11. Wieſenwachs im Herzogthume Naſſau.

Nach Haſſel und Keller hat Naſſau 196,000 Morgen Wieſen, und verhalten ſich dieſelben zur Morgenzahl der Äcker wie 1:3 ½. Die Lage, fruchtbare Beſchaffenheit des Bodens und die häufige Bewäſſe⸗ rung desſelben verſchaffen hier, bei umſichtiger Pflege und Benutzung, einen hohen Ertrag von den natürlichen Grasländereien.