Teil eines Werkes 
2 (1832) Reise durch Ober-Italien. 2
Entstehung
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Von der Seidenerzeugung ꝛc. 15

Oncie, einen Somero von 3, 0 oder 10 Oncie. Eine Oncia di Milano iſt faſt gleich 2 Wiener Zollen.

Außer den hochſtämmigen Maulbeerbäumen ſieht man in der Lombardie auch eine, ſich von Jahr zu Jahr vergrößernde Menge von niedrig gehaltenen Bäumen, die ſie fälſchlich Hecken Siepi nennen, denn ſie bilden nirgendwo eine Hecke, ſondern erhalten einen Schnitt, wie Zwergobſt. Der Vortheil ſolcher Baume ſoll darin beſtehen, daß ſie früher Blätter austreiben, und von dem Spätfroſt weniger leiden, wie die hochſtämmigen. Übrigens daͤucht mir, daß ein gegebe ner Raum viel weniger Blätter abwerfen müſſe, wenn er mit Zwerg⸗, als wenn er mit hochſtämmigen Baumen bedeckt iſt. Die Maulbeerbaume als Stocktriebholz Bosco ce⸗

duo zu benützen, d. h. ihnen alljährig, oder alle zweite,

dritte Jahr, die Wurzelſchößlinge wegzuſchneiden, habe ich nir⸗ gendwo geſehen, auch nirgendwo ſprechen davon gehört.

Von dem Ertrage der Maulbeerbäume.

Der Ertrag der einzelnen Maulbeerbaͤume an Blättern wird in der Lombardie von gemeinen Bauern ſo gut, und viel⸗ leicht beſſer als von den Periti abgeſchätzt; denn da es in dieſem Lande allgemein üblich iſt den Laubertrag der Baͤume zu ſchätzen, und einen beſtimmten Preis für den Zentner zu bedingen; ſo wird ſehr häufig das abgepflückte Laub einzelner Bäume gewogen, und darnach die Zahlung berichtigt, wodurch man ſich einen ſehr richtigen Blick in Hinſicht der Abſchätzung der Baͤume erwirbt. Ich habe ſehr haͤufig Gelegenheit gehabt die Gewandtheit der Schaͤtzmaͤnner ſowohl, als der Land⸗ wirthe in Abſchätzung der Bäume zu bewundern und wenn ich ſie um die Urſache fragte, warum ſie oft zweien ſich ziemlich ähnlichen Baͤumen ein ungleiches Erträgniß beimaſſen, ſo ga⸗ ben ſie mir immer ſo einleuchtende Gründe an, daß ſie mich völlig zufrieden ſtellten.