Von der Seidenerzeugung ꝛc. 7
Gärten benützt. Man ſieht große Beete von allerlei Gemüſe⸗ und Wurzelwerk, ſehr rein gehalten, ſtark gedüngt, und ſo— bald es Noth thut, gewaͤſſert; denn alles Land in der Naͤhe der Hauptſtadt iſt bewäſſerungsfähig. Unter dieſen Gartenge— waͤchſen ſieht man dann in einer ſehr großen Menge von Beeten Millionen von ſolchen jungen Bäumchen ſtehen, und da man nur die vorigjährigen bemerkt, die dießjährigen noch gar nicht ſieht, ſo kann man ſich dadurch von dem jäaährlichen Nachſetzen und der zunehmenden Ausdehnung der Maulbeercultur einiger— maßen eine Idee machen. Mancher Gartner hat 2 bis 300 ◻ Klaf⸗ ter zweijähriger Bäumchen. Bei einigen Gartnern fand ich Samen⸗ und Pflanzſchulen: bei andern wieder nur Pflanz⸗ ſchulen allein.
Auch bei Privaten fand ich oft wohlgeordnete Samen- und Pflanzſchulen, wie z. B. bei dem Fiscaladjuncten Olivi in Treviſo; bei dem Grafen Barni zu Roncadello bei Lodi; in Monza u. ſ. w.
Man kann zu zwei verſchiedenen Zeiten den Samen der Maulbeerbäume ſaen, naͤmlich gleich, nachdem der Same mit der Frucht zeitig, und durch Zerdrücken und Waſchen mittelſt Sie— ben von ſeiner Umgebung geſchieden worden iſt, oder im Früh⸗ ling des folgenden Jahres.
Gewöhnlich iſt allenthalben nur die zweite Saatzeit, ob⸗ wohl Alle geſtehen, daß man ein Jahr bei der erſten Methode gewinnt, und aus mehreren Verſuchen erhellet, daß der Froſt des Winters den jungen Pflanzen nicht ſchadet. Man fürchtet aber mehr die Trockniß des Sommers, die große Hitze, und die Inſecten, und will die Sommerſaat gar nicht wagen, weil man mit der Frühlingsſaat ſicherer fährt.
Das Samenbeet muß im vergangenen Jahre gedüngt wor⸗ den ſein, und wird vor der Saat tief umgegraben, und dann geebnet: hierauf wird der Same in Furchen, die 6 Zoll von einander entfernt ſind, ſchütter eingeſtreut, mit Erde leicht verhüllt, und mit Stroh oder Heu dünn bedeckt, um die Erde


