Teil eines Werkes 
2 (1832) Reise durch Ober-Italien. 2
Entstehung
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6 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien.

ſchuß der Bilanz über den kleinen Raum von 355 G Mei⸗ len zertheilt, denn das iſt der geſammte Flächeninhalt der Pro⸗ vinzen des gegenwartigen mailandiſchen Guberniums, von denen noch überdieß mehrere nur auf einem kleinen Theile ihrer Grün de Maulbeerbäume ziehen, wie z. B. die Provinzen Son drio, Bergamo, Como, wo man auf den hohen Bergen

keine Seide erzeugt; ſo wird es begreiflich, wie ſich bei der

ſparſamen Lebensweiſe der Einwohner die Menge des Geldes allgemach ſo anhäufen mußte, daß man zufrieden iſt, wenn man daſſelbe, bei dem Ankaufe liegender Gründe, zu 3 bis 3 ½ pr.% benützt.

Ehe ich aber zeige, wie viel von dieſer Geſammtſumme den einzelnen Grundbeſitzern zukommt, däucht es mir zweckmäßig zu ſein, vorerſt zu erzählen, wie die Maulbeerbäume gezogen wer den, welchen Ertrag ſie nach Verhaltniß ihres Alters, und ihres Durchmeſſers und der Art ſie zu pflegen und ihnen das Laub abzunehmen, abwerfen, und um welchen Preis die Galetten und die rohe Seide verkauft werden.

Von der Cultur der Maulbeerbäume.

Die Maulbeerbäume werden in der Lombardie nur ſelten von denen, welche ſie in die Gründe verpflanzen, auch geſaäet, gepfropft, und ſo lange gepflegt, bis ſie erwachſen genug ſind in die Felder überſetzt zu werden. Es iſt dieß gegenwärtig ein Geſchäft der Gärtner, die ſich nicht ſelten wieder in zwei Abthei lungen ſcheiden, wovon die einen bloß Samenbeete haben, und die Pflänzchen nur zwei Jahre lang im Grunde ſtehen laſſen, und ſie dann hundertweiſe(das Hundert ſonſt zu 3 Lire= 52 kr., jetzt aber um die Hälfte wohlfeiler) an die andern verkaufen, die ſie ſogleich pfropfen, oder erſt verſetzen, und dann im folgenden Jahre pfropfen.

In den Umgebungen von Mailand, vor den Thoren Por⸗ tello und Borgo degli Ortolani werden die Felder als