Teil eines Werkes 
1 (1831) Reise durch Ober-Italien. 1
Entstehung
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3²20 Landwirthſchaft von Ober-Italien.

Abhange des hohen Gebirges, das den See umgibt. Die Nei gung iſt gegen Süden. Der Boden iſt aufgeackert, und zwiſchen den Oliven ſind ſehr häufig Weinpflanzungen angebracht. Mehr als% aller Bäume war älter als 60 Jahre. Sie ſind höher, wie die Bäume in Iſtrien, haben eine gute Form in der Beäſtung, nur ſchienen ſie mir weniger belaubt zu ſein, was vielleicht auch davon herrühren mag, daß die Aſte durch den Schnitt weiter von einander gehalten werden. Man ſieht kein todtes Holz an ihnen, denn ſie werden jährlich ausgeputzt, und wie Herr For ſetti ſagte, auch in den letztjährigen Trieben beſchnitten, was aber von keiner großen Bedeutung ſein kann, wohl auch unnoth wendig waͤre, da die Vegetation dieſer Bäume nur eine ſehr ſchwache Kraft äußerte. Kein einziger erwachſener Baum hat einen geſunden Stamm. Es iſt ein Jammer die ungeheuren Zerſtörun⸗ gen in der Rinde und im Holze des Stammes zu ſehen, welchen die Brand⸗ und Krebsgeſchwüre darin anrichten, die dadurch ſehr ſichtlich werden, daß ſich hier die Leute die unnüͤtze Muhe geben die todten Theile der Pflanze ſorgfältig herauszumeiſeln. Die erſte Urſache des allgemein verbreiteten Brandes mag wohl in den Verletzungen liegen, welche die Bäume durch die Sorgloſig keit der Arbeiter erhalten: indeſſen würden dieſe Verletzungen vernarben, und nicht ſo üble Folgen nach ſich ziehen, wenn die Baͤume mehr Nahrung bekaͤmen und mehr Lebenskraft hätten. In dieſem elenden, dürren, aus halbverwitterten Kalkfelſen be ſtehenden Boden, der nur höchſt kärglich gedüngt wird, wachſen die Oliven aber nur kümmerlich, und leichte Verletzungen ſind die Quellen von unheilbaren Schaden. Der höhere Wuchs der hieſigen Olivenbaͤume im Gegenſatze jener von Iſtrien mag

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der günſtigen Lage zuzuſchreiben ſein, in der ſie hier vor den

kalten, trocknen Winden geſchützt ſind, die ihnen in Iſtrien ſo oft verderblich werden, indem ſie die letztjährigen Zweige tödten.

Über den Ertrag der Oliven konnte ich in Italien nichts er fahren; nur im Allgemeinen ſagte man mir, daß er gering und