3⁰6 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien.
ſen die Flüſſigkeit heraus rinnen, worauf ein Mann mit bloßen Füßen hinein ſteigt und die noch ganz gebliebenen Trauben zer— tritt, deren Flüſſigkeit während dieſer Operation immer nach un⸗ ten abfließt. Wenmealles zertreten iſt, wird der Zapfen wieder vor— geſchlagen und die abgeronnene Flüſſigkeit wieder in den Bottich zurückgegoſſen, worin ſie gewöhnlich noch 48 Stunden lang gährt. Die Anderen drücken die Trauben im Bottiche täglich nieder und ſtampfen ſie; noch Andere thun dieß alle zweiten, dritten Tag. In der Umgebung von Florenz läßt man die Trau— ben über einen Monat, ja bis ſechs Wochen im Bottiche und ſtampft ſie täglich.— Welche Verſuche man im lombardiſch-ve— nezianiſchen Königreiche über die Vortheile gemacht hat, die Gahrung der zerdrückten Trauben in geſchloſſenen Bottichen vor ſich gehen zu laſſen, weiß ich nicht: ich kenne nur die, welche von einigen ſcharfſinnigen Freunden der Landwirthſchaft zu Ronchi, bei Monfalcone, und von dem Canonicus, Herrn Stancovich zu Barbana in Iſtrien gemacht worden ſind. In beiden Faͤllen entſprach die Qualität des Weines ihren Erwar— tungen, denn er war ungezweifelt milder, und ich zweifle nicht, daß ſie auch an Quantität gewonnen haben werden, denn die Verdünſtung aus dem weiten, offenen Bottiche muß ſehr groß ſein. Die Verſuche des Letzteren, die er ſelbſt in einem kleinen, ſehr intereſſanten Werke beſchrieben hat, und die ich zum Theile mit eigenen Augen geſehen habe, ſind darum merkwürdig, weil er durch Verſuche nachweiſet, daß man nicht nur ohne Gefahr, ſondern mit großem Nutzen die Gährung der vollkommen zerdrück⸗ ten Trauben in dem feſt zugeſpündeten Faſſe vor ſich gehen laſ— ſen kann, ohne Furcht, daß die Fäͤſſer zerſpringen, oder daß der Wein durch die Schalen der Beeren einen Nachtheil an ſei— ner Güte oder Haltbarkeit erlitte. Da dieſe Methode das bedeu— tende Inventar an Bottichen überflüſſig macht, ſo hoffe ich, daß ſie in Italien leichten Eingang finden wird.
Wenn man die Gaͤhrung im Bottiche für beendet haͤlt, was man daran erkennt, wenn das ſtarke Brauſen in demſelben auf—
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