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Von der Cultur der Weinreben. 3⁰05
Auslage machen müßte, und von der er noch überdieß fürchtet, daß ſie einen geringeren Ertrag gewaͤhrt. Zum Beweiſe dieſer Behauptung führe ich folgende Thatſache an. Vor der Einverlei— bung der venezianiſchen Provinzen mit Oſterreich war der Wein am linken Ufer des Jſonzo, im Gebiete von Monfalcone, ſo ſchlecht, herb und ſauer, wie er es noch um Treviſo und Padua iſt. Seit dieſer Zeit aber haben ſich die Grundbeſitzer überzeugt, daß, wenn ſie mit den Iſtrianer Weinen in Trieſt concurriren wollen, ſie ihre Weine weſentlich verbeſſern müſſen, und haben zu dieſem Behufe angefangen die ſchlechten Traubenſor— ten auszurotten und beſſere an ihre Stelle zu ſetzen; und nun ge⸗ nießt ihr Wein eines guten Rufes, und einige derſelben, wenn gleich nur Bodenweine, werden um Preiſe verkauft, die nur wenig mehr von denen der Hügelweine verſchieden ſind. Aus ſaurem, wäſſerigem Traubenſafte läßt ſich auch in Italien kein guter Wein machen!—
Noch trägt zur minderen Güte der italieniſchen Weine auch die Art bedeutend bei, wie in Italien der Wein gemacht und aufbewahrt wird.— Zuvörderſt muß ich bemerken, daß die Ita⸗ liener im Allgemeinen nur rothe Weine trinken, und daß ſie jenen Weinſorten den Vorzug geben, die recht dunkel von Far— be ſind, weßwegen man auch in Italien den rothen Wein Vin nero nennt. Um rothen Wein zu machen, muß man aber den Traubenſaft ſammt den Schalen der Beeren gähren laſſen, und je dunkler gefarbt die Beeren ſind, und je länger man dieſe mit den Schalen gahren laͤßt, je dunkler gefärbt wird der Wein. Zu dieſem Behufe werden die Trauben, ſobald ſie abgeleſen ſind, in einen kleinen Bottich ſtark zuſammengedrückt, und dann in das Preßhaus— Follatojo— des Grundbeſitzers gebracht, und da in große Bottiche geſchüttet, worin ſie zu gähren be⸗ ſtimmt ſind. In Hinſicht der Behandlung der Trauben in dem Bottiche herrſcht eine große Verſchiedenheit. Die Einen laſſen die Trauben durch 3 bis 10 Tage ruhig darin und decken den Bot— tich nicht zu. Nach dieſer Zeit öffnen ſie das Zapfenloch und laſ⸗
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