Teil eines Werkes 
1 (1831) Reise durch Ober-Italien. 1
Entstehung
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10 2. Mai. Venedig.

ſich die Maſſe erkaͤltet. Er hat ungefähr 10 Klafter Laͤnge, und wird ſogleich in 15 18 Zoll lange Stücke zerbrochen, die man nach Verhaltniß der Feinheit ihres Durchmeſſers ſortirt. Von dieſen gläſernen Röhren nehmen andere Arbeiter ſo viele, daß ſie einzeln nebeneinanderliegend, eine Lage von 4 Zoll Breite bilden, die ſie auf ein längliches Eiſen, das dem Amboß eines Streckhammers gleich ſieht, legen, mit einem Holze gleichför mig niederdrücken und dann mittels eines ſchneidenden Eifens den Theil der Glasröhren abſtoßen, der über das Deckholz her vorragt. Die cilinderförmigen, auf dieſe Art erhaltenen Glas ſtücke, werden durch Siebe ſortirt und hierauf mit einer Mi ſchung von Kohlen und Kalkpulver geſchüttelt, damit ſich die cher verſtopfen. Iſt dieß geſchehen, ſo kommen die feinen Perlen in ein Gefaͤß, wie ein Kaffeebrater, worin ſie über ſtarkem Feuer etwa eine halbe Stunde gerollt werden, wobei ſie ſich ab runden. Die gröbern Perlen bedürfen größere Gefaße und mehr Zeit. Das Verſtopfen der Löcher und die Beimengung der Koh len und des Kalkpulvers iſt nothwendig, um das Zuſammen ſchmelzen der einzelnen Perlen und das Zuſchmelzen ihrer Löcher zu verhüten.

Das Materiale iſt wohlfeil und der Arbeitslohn gering; da her können dieſe gefarbten Glasperlen um einen ſehr geringen Preis verkauft werden. Man macht auch von Glas die echten Perlen nach. Ich habe wohl ſolche Perlen, nicht aber die Art geſehn, wie ſie gemacht werden. Das hieſige Fabricat iſt aber von echten Perlen auf der Stelle zu unterſcheiden: es fehlt ihm der Glanz und die Farbe.

In dieſen Fabriken iſt viel Armuth und man wird in jedem Zimmer angebettelt, was einen ſehr widrigen Eindruck macht. Die ganze Stadt Murano iſt arm, und ich bemerkte laͤngs des Canals, der die Stadt theilt, keine Spur, weder von ge⸗ genwaͤrtiger, noch von vergangener Wohlhabenheit.

Man ſagte mir in Venedig, daß die Fabrication und der Vertrieb der Glasperlen 8,000 Menſchen beſchäftige. Ich

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