Teil eines Werkes 
1 (1831) Reise durch Ober-Italien. 1
Entstehung
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8 a. Mai. Venedig.

So wenig verwitternder Kalkſtein iſt eine Seltenheit; ihm verdankt Venedig, daß ſich ſeine älteſten Gebaͤude noch friſch er halten und daß man noch viele Jahrhunderte die da aufgehäuf⸗ ten Denkmale der ſchönen Baukunſt bewundern wird.

Abends in das Theater San Luca. Es ward die Oper: Elisa e Claudio gegeben. Die Darſtellung war beſſer als mit⸗ telmäßig; die Prima Donna, Doti, erwarb ſich vielen Beifall.

Das Theater ſelbſt iſt artig, hat fünf Reihen Logen, deren 42 in einer Reihe ſind, wovon die drei vorderſten zu beiden Seiten in das Proſcenium hinein geſtellt ſind, ſo daß die Zuſe⸗ her hinter den Schauſpielern ſich befinden, wenn dieſe vorwärts zu den Lichtern treten.

Der Zugang zu dieſem Theater iſt eine enge, kaum 6 Fuß breite Sackgaſſe.

2. Mai.

Marcuskirche. Thor des Arſenals. Murano. Glas⸗ und Spiegelfabriken. Kirche San Giovannie Paolo. Denkmal des Generals Antonio Bragadino. Kirche San Giorgio maggiore. Kirche del Re⸗ dentore. Kirche ai Frari. Denkmal Canova's.

Heute war mein erſter Gang wieder in die Marcuskirche, denn ich konnte mich geſtern von allen ihren Herrlichkeiten nicht ſatt ſehen. Sie iſt ein wahres Kunſt- und Mineralien⸗Cabinet. Die Verſchwendung von Saulen am Außern der Kirche, in den Vorhollen und in der Kirche ſelbſt, wovon ſehr viele von einem ſehr koſtbaren Materiale beſtehen: Porphyr, egiptiſcher und euro⸗ päiſcher Serpentin, Verde antico, Marmor aller Art, über⸗ ſteigt alle Vorſtellung. Alles iſt von Stein und von unverwüſt⸗ lichem Stein; alles iſt polirt und ſo genau, ſo meiſterhaft ge⸗ fügt, daß man nicht umhin kann, den Geiſt zu bewundern, der die Errichtung dieſes Gebaudes leitete und ſolche Materialien wählte, an denen der Zahn der Zeit noch immer ſpurlos ſich abmüht.

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