Vorrede. VII
alles, was auf Land⸗ und Staatswirthſchaft Bezug hat, zu unterrichten. Allein die Zeit, die er hiezu verwandte, war zu kurz und zu ungünſtig, als daß er im Stande geweſen wäre ſich mehr als ſehr oberflächliche Kenntniſſe von den Gegen⸗ ſtänden zu verſchaffen, um deren willen er in das Land ge— kommen war. Nicht gerechnet, daß er nur zehn Wochen darin verweilte, und die Hälfte dieſer Zeit n Mailand, Vene⸗ dig und Florenz zubrachte, ſo waren auch die Monate: October, November und December an und für ſich nicht geeignet ihm über den Landbau anſchauliche Kenntniſſe zu ver— ſchaffen, wenn ſie auch minder naß und kalt geweſen wären, als ſie es im Jahre 17890 waren, woes im November unauf⸗ hörlich regnete, und wo im December ganz Italien unter Schnee lag. Noung war zwar mit der Cultur ſüdlicher Länder nicht unbekannt, da er aus Frankreich kam, wo er ſich lange genug aufgehalten hatte, um ſich für die Reiſe nach Italien vorzu⸗ bereiten, allein die Zeit, die er da zubrachte, war doch im— mer zu kurz, um die Eigenthümlichkeiten der Landwirth⸗ ſchaft dieſes Landes ganz aufzufaſſen; auch habe ich Grund zu vermuthen, daß er der Sprache zu wenig mächtig war, um mit den Wirthſchaftsverwaltern, Pächtern und Bauern ſelbſt ſprechen zu können, und daß er ſich darauf beſchränken mußte, nur mit den Gutsbeſitzern zu verkehren, die wohl über die Pachtbedingniſſe, nur ſelten aber über den wirkli⸗ chen Betrieb der Landwirthſchaft unterrichtet ſind.
Die Nachrichten Young's über Gegenſtände, die ſich auf die Land- und Staatswirthſchaft von Italien beziehen, ſind, mit geringen Ausnahmen, äußerſt kurz, abgebrochen, oft unverſtändlich, nicht ſelten unrichtig. Man ſieht ihnen die Eile und die geringe Kritik an, mit der ſie niederge—


