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„Irre ich nicht ſehr, ſo ergeben meine Beobachtungen, daß der Verbeſſerungsgeiſt, welcher im Allgemeinen ſo heilſam für die Intereſſen des Ackerbaues geweſen iſt, den Zuſtand der ar— beitenden Klaſſe eher verſchlechtert als verbeſſert hat. Ich er— innere an die Aufhebung ſo vieler Gemeinheiten und Berechti— gungen, dee den Arbeitern beſonders nützlich waren, und weiſe auf die jährlich ſteigende Volkszahl hin, welche zum größten Theile die arbeitende Klaſſe trifft. Kommt nun das im Ein— gange berührte rückſichtsloſe Streben nach Gewinn einzelner Land— wirthe hinzu, ſo iſt die Verarmung der Arbeiter, einer ſo nütz— lichen Klaſſe der menſchlichen Geſellſchaft, die nothwendige Folge. — Aber dieſe Verarmung iſt in einem gewiſſen Grade ein gro— ßes Uebel; zunächſt iſt die phyſiſche Verkrüppelung, daß ich mich ſo ausdrücke, die nothwendige Folge der Armuth. Wenn die Frau im ſchwangern Zuſtande ſchwere Arbeit verrichten muß; wenn die kleinen Kinder der Arbeiterfamilie den ganzen Tag ſich ſelbſt überlaſſen ſind, an gedeihlicher Nahrung Mangel leiden und niemals genügend gereinigt werden, weil ihre Mutter nach Abhaltung des Wochenbettes wieder zur Arbeit muß, wie können ſie da ſtark werden und kräftig fortwachſen?“
„Aber zu dieſer Stoͤrung der körperlichen Ausbildung kommt der noch viel ſchlimmere Einfluß, den die Armuth auf die Mo— ralität dieſer Menſchen hat. Die harte und ſaure Arbeit bei ſchmaler Koſt macht mißmuthig, die fortwährende Sorge für Herbeiſchaffung der Bedürfniſſe verleidet dem Manne Frau und Kinder. Es giebt ſtets Zank in der Familie. Dabei verlieren ſich für den bedrängten Hausvater die letzten Freuden, die er früher, ohne die Sorge für ſo viele Eſſer, in den wenigen Stun— den ſeines Zuſammenlebens mit der Frau fand. Der Unglüͤck— liche ſucht Erheiterung in der Schenke; er giebt einen Theil ſei— nes kargen Lohns für Wein oder Branntwein aus. Nun wach— ſen die Bedürfniſſe der Familie und die Mittel, ſie zu befriedi— gen, vermindern ſich, weil Wein, Branntwein oder Bier mehr Geld koſten als ein ſolcher Mann entbehren kann. Jetzt fängt das Schuldenmachen an, die Roth vergrößert ſich, ſie treibt den ſonſt braven Mann zum Saufen.“
„Was fängt die Frau mit den Kindern an? Noth kennt kein Gebot. Die Kinder betteln, ſie ſtehlen Kartoffeln und an—


