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Das landwirthschaftliche Institut zu Jena in seiner Verbindung mit der dasigen Gesammt-Akademie und dem Großherzoglichen Kammergute zu Zwätzen : nebst einer Abhandlung über höhere Bildung des deutschen Landwirths und Gutsbesitzers / beschrieben von dem Stifter und Director desselben Friedrich G. Schulze
Entstehung
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Die Thatſache, daß der Zuſtand der ländlichen Arbeiter gegenwärtig in England kläglicher als früher iſt, ſtellt ſich dem Beobachter nur zu deutlich dar. Es iſt dieſes erfolgt zu einer Zeit, wo der Ackerbau eine große Vollkommenheit erreicht hat, und ebenſo auffallend, wie betrubend, daß, wäahrend die Grund beſitzer, Pächter und alle mit der Landwirthſchaft in Verbindung ſtehenden Gewerbsleute durch die neueren Verbeſſerungen ſehr ge wonnen haben, jene nützliche Menſchenklaſſe, durch deren niedrige, aber unentbehrliche Thätigkeit dieſe Erfolge errungen wurden, allein keinen Vortheil davon gezogen hat. Daß die zu ihr ge hörigen Individuen von einigen Lurusartikeln, die ſie fruͤher nicht kannten, Gebrauch machen, Thee ſtatt Ale trinken, und die Wei ber zierlicher, wenn auch nicht ſo warm gelleidet ſind, iſt viel leicht ihr einziger Gewinn; ſie müſſen aber dafür manche weſent liche Bequemlichkeiten entbehren, die ihnen ſchon vor beinahe hun dert Jahren zu Theil wurden; denn ſie können ſich für dieſelbe Arbeitsleiſtung nicht mehr ſo viel Lebensbedürfniſſe verſchaffen, wie früher. Dieß iſt aber nicht das einzige Uebel. Mit der Verminderung ihrer Bequemlichkeiten hat auch ihr allgemeiner

Charakter gelitten. Veruntreuungen, Diebereien, kleine Schur⸗ kereien und niedrige Kniffe kommen jetzt häufiger vor als ehe dem. Was den unredlichen Charakter betrifft, den man dem

engliſchen Arbeiter auf dem Lande beilegt, ſo hat lange Erfah rung gelehrt, daß derſelbe zum großen Theil der barſchen Be handlung, welche die Dienſtboten von ihren Herren zu erleiden haben, und dem Mangel an Zutrauen, das man ihnen ſchenkt, zuzuſchreiben iſt. Nichts iſt merkwürdiger als das übermüthige Betragen, das die Mittelklaſſe der Engländer, beſonders unter den Landwirthen gewöhnlich gegen ihre Untergebenen beobachtet, und das natürlich gegenſeitig böſes Blut bei den Dienſtboten er zeugen muß. Die reichſten Landwirthe ſind nicht die barſcheſten Herren. Dieß iſt ohne Zweifel ihren feineren Sitten uüberhaupt zuzuſchreiben; Thatſache bleibt es aber, daß die ganze ländliche Bevölkerung eine beſſere Erziehung bedarf.

Dieß ſind Fruͤchte der ſo beruͤhmten engliſchen Land wirthſchaftswiſſenſchaft!! In Bezug auf die Verhaͤltniſſe in Deutſchland ſagt Koppe am Schluſſe des oben Seite 28 er⸗ waͤhnten Vortrags: