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Viehzucht
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So viel uͤber den Nutzen, welchen die hoͤhere Bildung des Landwirths ihm ſelbſt gewaͤhrt. Was die Vortheile betrifft, welche daraus ſeine Mitmenſchen ziehen, namentlich die Glieder ſeines Hauſes, Staats und Volks, ſo werde ich ſpaͤter daruͤber ausfuͤhrlich handeln. Hier beſchraͤnke ich mich auf fol— gende Bemerkungen:
Ein Landwirth mit hoͤherer Bildung ſorgt nicht nur mit liebevoller Menſchenfreundlichkeit fuͤr das Wohl der blutsver— wandten Glieder ſeines Hauſes, ſondern auch fuͤr das ſeiner Dienſtleute. Er zahlt ihnen nicht nur unverkuͤrzt das, was er rechtlich zu zahlen ſchuldig iſt, ſondern hoͤrt dabei auch auf die Stimme der Billigkeit und Barmherzigkeit. Er richtet ſeine Fuͤrſorge nicht nur auf ihren Nahrungszuſtand, ſondern auch auf ihre geiſtige Veredlung, und ſchaͤtzt ſich gluͤcklich, wenn ſie ihm als dem Gruͤnder ihres Gluͤcks mit liebevoller Anhaͤnglich— keit ergeben ſind. Nach gleichen Grundſaͤtzen behandelt er die Handwerker, welche ihm die Beduͤrfniſſe der Wirthſchaft lie⸗ fern. Nicht minder bereitwillig foͤrdert er mit Rath und That das Wohl des Staats und des Volks, dem er angehoͤrt. Er zahlt nicht nur gern und willig die ihm zugetheilten Steuern, ſondern widmet auch außerdem, ſo weit es die Verhaͤltniſſe ge— ſtatten, einen Theil ſeiner Geldmittel und Kraͤfte dem oͤffent— lichen Leben, beſonders als Gemeindeglied, Volksvertreter, Theil— nehmer an landwirthſchaftlichen Verſammlungen und als Ver— theidiger des Vaterlands. Und wie er als Hausvater nicht bloß das koͤrperliche, ſondern auch das geiſtige Wohl der Seinigen foͤrdert, ſo richtet er auch als Staatsbuͤrger und Volksfreund ſeine Fuͤrſorge neben den materiellen Beduͤrfniſſen auch auf die hoͤhern.
Eignen ſich die Landwirthe und Gutsbeſitzer nur gewerb— liche Bildung an, ohne hoͤhere, ſo ſchaden ſie ihren Mitmen— ſchen weit mehr als ſie nuͤtzen, wie dieß die Erſahrung in unſerm Vaterlande und anderwaͤrts ſeit 60 Jahren tauſend—


