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nen eigenen Kraͤften, Tugenden und Schwaͤchen, welche nicht minder wichtig ſind als jene*).
5) Nicht bloß Kenntniß des Menſchen, ſondern auch Liebe zum Menſchen muß der Landwirth haben, um aus dem Ver— kehre mit andern Perſonen moͤglichſt Vortheil zu ziehen. Durch Anregung des Eigennutzes unter den Arbeitern, beſonders durch Steigerung des Lohns bei fleißiger Arbeit, durch Antheils- und Verdungarbeit kann der Ertrag der Wirthſchaft allerdings er— hoͤht werden, jedoch am Hoͤchſten wird er erſt dann ſein, wenn der Fuͤhrer der Wirthſchaft durch liebevolle und menſchenfreund⸗ liche Behandlung und durch ein ſittlich gutes Leben den Arbei— tern Liebe, Achtung und Vertrauen zur Herrſchaft, Anhaͤng⸗ lichkeit an ihre Familie und Luſt zum Geſchaͤft einfloͤßt. Dann werden die Arbeiter um ſo fleißiger ſein, um ſo ſorgfaͤltiger die Pflanzen und Thiere pflegen, um ſo ſchonender die Wirth⸗ ſchaftsgegenſtaͤnde behandeln und um ſo mehr Geſchicklichkeit ſich aneignen. Jene perſoͤnlichen Eigenſchaften oder Faͤhigkei— ten aber, durch welche der Landwirth ſo auf ſeine Umgebun— gen einwirken kann, ſind die weſentlichſten Theile der hoͤhern Bildung.
6) Endlich mache ich noch auf die Gefahren aufmerkſam, welchen der praktiſche Landwirth in Bezug auf Spielſucht, Mode, Luxus und Genußſucht ausgeſetzt iſt. Nicht ſelten wird der Vermoͤgenszuſtand und der Gang der Wirthſchaft durch dieſe Verirrungen in Unordnung gebracht. Den ſicherſten Schutz dagegen gewaͤhrt hoͤhere Bildung; denn wer dieſe beſitzt, wid— met die lange Zeit der landwirthſchaftlichen Muße den Be— ſchaͤftigungen mit Wiſſenſchaft und Kunſt, dem freundſchaftli⸗ chen Verkehre und dem oͤffentlichen Leben. Wer hoͤhere Bil— dung beſitzt, ſucht edlere Genuͤſſe als die der Mode, des Luxus, der Spielſucht und Voͤllerei.
*) Vergl. Koppe, Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. I. S. 10.
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