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Demnach haben wir, um das hoͤhere Leben der Land⸗ wirthe zu foͤrdern, auf landwirthſchaftlichen Bildungsanſtalten vorzugsweiſe die reine Liebe im Gemuͤthe der Jugend zu wecken und zu ſtaͤrken. Daß dieſer Zweck auf einer landwirthſchaft— lichen Akademie um ſo vollkommner verwirklicht wird, je mehr die Studien von aͤchter Wiſeeſchaftlichkeit geleitet werden und das geſellige Leben von akademiſchem Gemeingeiſte, von akade— miſcher Freundſchaft und von Vaterlandsliebe beſeelt iſt, habe ich oben Seite 41 und 64 angedeutet. Aechte Viſſenſchaft— lichkeit, edler Gemeingeiſt, wahre Freundſchaft und Patriotis— mus ſind ja nichts anders als beſondere Arten der reinen Liebe.
Solche Beſtrebungen der landwirthſchaftlichen Bildungsan— ſtalten aber koͤnnen nur dann einen bedeutenden Erfolg haben, wenn das landwirthſchaftliche Leben einer Verfaſſung theilhaf— tig iſt, worin ein volksthuͤmlicher Gemeingeiſt lebt. Insbeſon— dere muß die reine Liebe der Landwirthe in den Verhaͤltniſſen der Familie und beſonders im Verhaͤltniſſe zu den Dienſtboten, wie auch in der Verfaſſung des Staats- und Volkslebens ſtets friſche Nahrung finden. Wie die Selbſtſucht, welche unſer wirthſchaftliches Volksleben zu einer rohen Sinnlichkeit, zu ei— ner grauenhaften Barbarei zu erniedrigen droht, nur durch den kraͤftigen Gemeingeiſt eines neuen oͤffentlichen Lebens zu— ruͤckgedraͤngt werden koͤnne, habe ich bereits dargethan(ſ. oben Seite 23— 30).
Fehlen den haͤuslichen, buͤrgerlichen und nationalen Ver— haͤltniſſen der Landwirthe und Gutsbeſitzer die einen edeln Ge— meinſinn pflegenden Einrichtungen, herrſcht in dieſen Verhaͤlt— niſſen Stolz, Selbſtſucht und Despotismus, dann ſind jene auf Foͤrderung des hoͤhern Lebens in der Lehranſtalt berechneten
„Es bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, dieſe drei, aber die Liebe iſt die größte unter ihnen.“ Epiſtel an die Korinther, I. 13, 13.


