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heit, Sittlichkeit, reine Liebe, wahre Ehre, Gerechtigkeit und Religioſitaͤt zugleich uͤben, weil„in jeder Aeußerung der Sitt— lichkeit alle einzelnen Tugenden vereinigt ſein muͤſſen. Denn jede muß aus der Geſinnung herkommen.— Wer eine Tu—⸗ gend hat, hat alle.“*)
Laͤßt der Landwirth von einer ſolchen umfaſſenden Lebens— anſicht ſich leiten, dann bleibt er nicht nur fern von der ge— nußſuͤchtigen, modeſuͤchtigen und den uͤbrigen oben angefuͤhrten niedern Lebensarten, ſondern er ſichert ſich auch gegen Pietis— mus, Myſticismus, Sentimentalitaͤt und andere Verirrungen, in welchen Viele ſich deßhalb befinden, weil ſie nach dem Hoͤ— hern nur einſeitig ſtreben.
Der Urquell aber in der innerſten Tiefe des menſchlichen Gemuͤths, aus welchem jeder Strom des hoͤhern Lebens her— vorquillt, iſt die reine(uneigennuͤtzige) Liebe: denn„im Men— ſchen bleibt die feſte, ernſte Kraft des Willens roh, die gruͤnd— lichſte Einſicht leer und bedeutungslos, der feinſte Geſchmack kalt, wenn nicht allen dieſen erſt aus der innerſten Tiefe des Gemuͤths die Waͤrme und das Leben der Froͤmmigkeit und rei— nen Liebe geweckt wird.“**)
*) Schleiermacher, Entwurf eines Syſtems der Sittenlehre. Berlin, 1835, S. 342.— Fries ſagt in ſeinem Handbuche der prak⸗ tiſchen Philoſophie, S. 228:„Das erſte und höchſte ſittliche Ideal iſt das des ſittlichen Charakters oder der einen Tugend in höherer Bedeu— tung, dieſes reine Ideal der Geſinnung. Hier werden nicht einzelne Handlungen, auch nicht einzelne Zierden der Seele, ſondern nur die eine Grundthat des Menſchen gelobt, in welcher er nicht nur einzelnes Gutes thut oder hat, ſondern in welcher er ſelbſt gut iſt, gemäß dem einen Ideal geiſtiger Erhabenheit oder der ſelbſtſtändigen Kraft des Geiſtes, welche ſich unbedingt ihrer Ueberzeugung von der Pflicht unter⸗ wirft.“
**) Fries, Die Lehren der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung; Heidelberg, 1823, S. 1. Ferner:„Ueber Alles zieht an die Liebe, die da iſt das Band der Vollkommenheit.“ Epiſtel an die Koloſſer, I. 3, 13.
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