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Beduͤrfniſſe der Nothwendigkeit, ſondern auch die durch eine ſtandesmaͤßige Bildung hervorgebrachten Beduͤrfniſſe des Wohl⸗ lebens dauernd befriedigen koͤnnen.
2) Stand der Reichen. Dahin ſind diejenigen Familien zu rechnen, welche weit mehr einnehmen, als zur Befriedigung dieſer Beduͤrfniſſe erforderlich iſt, beſonders dann, wenn ſie dieſe uͤbermaͤßigen Einkuͤnfte durch ausgedehnten Beſitz von Laͤn⸗ dereien oder Capitalien beziehen.
3) Die untern Claſſen, wohin ich alle diejenigen zaͤhle, welche zu jenen zwei Staͤnden nicht gerechnet werden koͤnnen. Man kann dieſe ſo abtheilen:
a) ſolche, welche nur die dringendſten Beduͤrfniſſe befriedi— gen und auf Bildung und Kindererziehung, fuͤr Ge— ſelligkeit und Gemeinweſen wenig oder nichts verwenden koͤnnen;
b) Arme, welche nicht einmal die nothwendigſten Ausga— ben beſtreiten koͤnnen, und deßhalb von andern Fami— lien oder vom Staate Almoſen erhalten muͤſſen. Sie ſind entweder immer arm geweſen oder gehoͤren zu den Verarmten.
Je zahlreicher der Mittelſtand, je weniger der Reichthum in einzelnen Familien angehaͤuft und je geringer die Zahl der Armen iſt, um ſo mehr duͤrfen wir einem Volke Volkswohl— ſtand zuſchreiben. Eine vollkommene Gleichheit des Vermoͤgens oder der Einkuͤnfte hat es unter gebildeten Voͤlkern niemals gegeben und wird auch nie zu erreichen ſein. Wir haben dem— nach bei Verbeſſerung des wirthſchaftlichen Verhaͤltniſſes eines Volkes hauptſaͤchlich auf Vergroͤßerung des Mittelſtandes hinzu— arbeiten. Ein zahlreicher Mittelſtand iſt wie in wirthſchaftlicher Hinſicht, ſo auch in Bezug auf Bildung, buͤrgerliche Freiheit und Selbſtſtaͤndigkeit der Geſammtheit, die ſicherſte Stuͤtze des Volks- und Staatslebens. Denn wenn der Menſch beſtaͤndig fuͤr die nothwendigen Beduͤrfniſſe aͤngſtlich zu ſorgen hat, er⸗


