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Das landwirthschaftliche Institut zu Jena in seiner Verbindung mit der dasigen Gesammt-Akademie und dem Großherzoglichen Kammergute zu Zwätzen : nebst einer Abhandlung über höhere Bildung des deutschen Landwirths und Gutsbesitzers / beschrieben von dem Stifter und Director desselben Friedrich G. Schulze
Entstehung
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ſcheint ihm die Friſtung des irdiſchen Lebens als das hoͤch ſte Lebensziel, und wo kein Mittelſtand iſt, da koͤnnen we der Wiſſenſchaften noch Kuͤnſte bluͤhen, da werden leicht von den Reichen die Nichtreichen geknechtet, da fehlt es dem Staate an Credit und an der Noͤglicheit die noͤthigen Steuern zu erheben. Aus dem Mittelſtande kommen aber auch die fuͤr Volkswohl begeiſterteſten und muthigſten Vertheidiger des Staats.

Ein zahlreicher Mittelſtand der Landwirthe iſt nicht bloß in ſofern einer der wichtigſten Beſtandtheile der Nation, als die Landwirthſchaft die mehreſten Menſchen beſchaͤftigt, ſondern auch in ſofern, als das Beſtehen der wohlhabenden landwirth ſchaftlichen Familien leichter gegen die Despotie der Reichen zu ſchuͤtzen iſt, als das der Fabrikfamilien. Hierzu kommt, daß die Landwirthſchaft viel Muße gewaͤhrt, welche der Gewerbs mann ſeiner und der Seinigen Fortbildung, der Geſelligkeit und dem Gemeinweſen widmen kann. Dieſer Umſtand ſchuͤtzt die Landwirthe gegen das Verderben der Arbeitsſucht und des Arbeitsdruckes, welches ſich in den Fabrik- und andern Ge ſchaͤften ſchon ſehr verbreitet hat*). Ferner ſind wohlhabende Landleute die ſicherſten Abnehmer fuͤr die ſtaͤdtiſchen Gewerbs⸗ leute, ſo daß mit Vermehrung des landwirthſchaftlichen Mit⸗ telſtandes auch der uͤbrige Mittelſtand ſich leicht ausdehnen kann.

Die Bildung aller Perſonen, namentlich aller Landwirthe,

*)Die Sklaven der Alten haben ohne Zweifel nicht ein gleiches Kaaß verderblichen, zu knechtiſchem Leben herabwürdigenden Arbeitsdruckes erfahren, und dieſe Knechtſchaft der Arbeit, in welche das Menſchenge⸗ ſchlecht jetzt durch ſeine Thorheit, oder ſei es durch unvermeidliche Stei gerung des Bedürfniſſes verfallen iſt, laſtet vielleicht härter, erniedrigen der, entgeiſtigender, verderbender auf dem Menſchengeſchlechte, als die Sklaverei der Alten. Tittmann, Beſtimmung des Gelehrten, Ber lin 1833, S. 30.

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