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In den bisher angenommenen Wirthſchafts⸗Verhältniſſen reicht das Stroherzeugniß zum Futtererzeugniß immer noch hin, das noth⸗— wendige Bedürfniß an erſterem nach dem oben S. 184 ermittelten Maaße zu decken. Je mehr aber das Verhältniß der Wieſen neben dem vielen Futterbau auf dem Acker ausgedehnt iſt, deſto mehr wird das Stroh für Stallfütterung nicht hinreichen, deſto mehr führt
dieß von ſelbſt auf die engliſche intenſive Waide wirthſchaft.
Dieſe Darlegung mag auch vielleicht einfach zu Vermittlung der Anſichten über den Werth der Wieſen und der Wieſendüngung beitragen, welcher nicht einzeln und abgeſondert, ſondern nur immer im Zuſammenhange mit dem betreffenden ganzen Wirth⸗ ſchaftsbetriebe beurtheilt werden kann. Es muß hierin wohl der Unterſchied gemacht werden: Diejenigen, welche ſich nicht davon trennen, die Wieſen immer nur in ihrer Wechſelwirkung zum Acker, daher ihr Erforderniß für Zuſchuß zum Acker ebenſo wie die Viehzucht überhaupt, als ein nothwendiges Uebel zu betrachten, werden in dem Durchgeführten ganz Recht finden, wenn ſie Dün— gung der Wieſen, ſo lange der Acker ſich noch nicht ſelbſt— ſtändig kräftig erhalten kann, als ökonomiſchen Mißgriff darſtellen; man ſollte aber noch weiter gehen—— man darf auch denjenigen Recht geben, welche im Erforderniß unge⸗ düngter Wieſen, im Vorhandenſeyn derſelben bei einer Wirth⸗ ſchaft, daher im Werthſchätzen derſelben, noch nicht die höhere Stufe der landwirthſchaftlichen Kultur ſehen, und es mag hiefür der kaum oben durchgeführte Satz, daß, wenn und je mehr die Wirthſchaften an Wieſen, die nicht gedüngt oder bewäſſert werden können, bedürfen, deſto mehr ſich der Geſammtertrag der Fläche nach vermindere, einen Beleg geben.
Anders aber erſcheint es, wenn man die Wieſen als ſelbſt— ſtändig, nämlich als ſolche Grundſtücke betrachtet, die, wenn man ihnen ihr eigenes Erzeugniß als Dünger, ſey es durch Bewaidung oder Düngerauffahren, ſomit nach dargelegter Berechnung eben


