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dadurch die ſicherſte Stütze gewähren, der wird ihren Werth noch höher ſchätzen und darüber nicht zweifelhaft ſeyn, ſolche Wieſen auf die dargelegte Art beizubehalten und auf das ſorgfältigſte zu pflegen.
Darf dem Futterertrag überhaupt durch höhern oder geſtei⸗ gerten Ertrag aus der Viehzucht ein noch höherer als der ange— nommene Werth beigelegt werden, ſo kann nicht ſelten der Reinertrag aus kräftig erhaltenen Wieſen einen hohen Durchſchnittsertrag aus Ackerland noch übertreffen, den Fall gar nicht berückſichtigt, wenn beſondere Umſtände und Gelegenheit zum Erſatz der Dün⸗ gung, geſtatten ſollten, das Heu als Marktwaare zu verwerthen.
Wo— hiernach— das Wirthſchatsſyſtem ſo orga⸗ niſirt iſt, daß ſich der Ackerbau durch eigene Produktion des Düngermaterials mittelſt zuträglichen Futters in voller Kraft zu Erzeugung der am höchſten zu ver⸗ werthenden Marktprodukte erhält, daneben die dazu paſſenden Wieſen auf Rechnung ihres eigenen Erzeug⸗ niſſes gedüngt werden und mittelſt derſelben möglich vollkommene Viehzucht betrieben wird, da wird im Durchſchnitt der nachhaltig höchſte Ertrag vom Land⸗ bau, da wird er den wenigſten ungünſtigen Zwiſchen⸗ fällen, am wenigſten einer Einſeitigkeit ausgeſetzt ſeyn.
Nehmen wir im großen Durchſchnitt an, daß vielleicht auf 4— 5 Morgen Ackerland 1 Morgen Wieſe gerechnet werden dürfe, ſo würde ſich nach ſolchen Annahmen das Verhältniß des Futter⸗ baus zu unmittelbaren Marktprodukten wie ½ zu bis ⅞ zu ⅜ verhalten; es wären dann alſo die Produkte etwa von der Hälfte bis ⅞ der ganzen Bodenfläche durch Viehzucht zu verwerthen. Gewiß Aufforderung genug, die Steigerung des Ertrags aus der Viehzucht, für welche bei rationellem Betriebe ſo viel und wohl ein weiterer Spielraum, als für die Steigerung des Ertrags aus Marktprodukten gegeben iſt, mit zum Hauptſtreben zu machen!


