Zweiunddreißigſtes Kapitel.
Von der Fuͤtterung des Rindviehs.
Nach Beendigung des uͤber den Ackerbau zu Sagenden haben wir nun das in einer Wirthſchaft zu haltende Vieh zu betrachten, oder vielmehr, wie Bakewell ſich gluͤcklich ausdruͤckte, die beſte Maſchine zur Verwandlung des Futters in Geld. Das Rindvieh, von dem wir zuerſt ſprechen wollen, wird im Sommer entweder auf der Weide oder mit gemaͤhetem Gruͤnfutter auf dem Hofe, und im Winter in Staͤllen, oder unter Schuppen oder auch blos in den Strohhoͤfen mit Heu, Stroh, Oelkuchen und Wurzelge— waͤchſen, die bald roh, bald gedaͤmpft gegeben werden, erhalten.
Bei der Weide verdient die Auswahl des fuͤr deren Boden und Beſchaffenheit paſſendſten Viehs die Hauptruͤckſicht. Wer eine fruchtbare Wieſe oder ein reiches Marſchland beſitzt, kann auf ſelbige Maſtochſen bringen, ſo groß ſie nur zu finden ſind; fuͤr aͤrmeren Boden und duͤrftigere Weide, die nur kurzes Gras zum Abbiß liefert, eignen ſich dagegen keine Ochſen beſſer, als die kleinen Galloway's oder andere Hochlandsraſſen. Wird die Weide wieder etwas reicher auf dem beſſern Turnipsboden, dann zeigen ſich die mittelgroßen Raſſen von Fifeſhire, uͤberhaupt aus dem ſchottiſchen Niederlande, oder aus Herefort und die kurzhoͤr— nigen Yorkſhirer am vortheilhafteſten. Die Viehmaͤſter handeln uͤbrigens kluͤglich, wenn ſie auch den Boden unterſuchen, wo das Vieh, welches ſie kaufen wollen, auferzogen wurde, und wo moͤglich immer ſolches waͤhlen, das auf einem geringern aufwuchs; denn wenn junges Vieh von einem guten auf ſchlechten Boden gebracht wird, ſo bleibt es in ſeinem Wachsthum zuruͤck, und iſt es ſchon alt genug, um fuͤr den Fleiſcher fett gemacht zu werden, ſo nimmt es nicht ſo gut und ſchnell zu, wie ſolches von minder
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