Teil eines Werkes 
2,1 (1840) Darstellung der Landwirthschaft Grossbritanniens in ihrem gegenwaertigen Zustande. 2,1
Entstehung
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330 Neunundzwanzigſtes Kapitel.

Iſt dieſer Zeitpunkt eingetreten, dann ſind viele Haͤnde er forderlich, um das Geſſchaͤft moͤglichſt zu beſchleunigen; denn der Acker Land erfordert gegen 20000 Pflaͤnzlinge. Man verſtutzt

dieſelben bis auf zwei Drittheile ihrer Laͤnge und taucht ihre Wur⸗

zeln in einen Brei von Erde und Waſſer. Ein Weib wird er⸗ fordert zu dieſem Eintauchen, zwei andere ſie fortzutragen und buͤndelweis neben der Furche hinzulegen, und ſechs bis ſieben, ſie hinter dem Pflug, der 13 14 Zoll tief gehen muß 8 9 Zoll weit auseinander einzulegen. So wird eine Furche um die andre belegt, indem die Weiber die Pflaͤnzlinge an den eben aufgewor fenen Pflugſchnitt lehnen und ein zweiter Pflugſchnitt ſie deckt.

Das Land wird nun ſpaͤterhin waͤhrend der Sommermonate durch Jaͤten und Hacken vollkommen rein erhalten und im Herbſte ſo tief wie moͤglich an die Pflanzenreihen angehaͤufelt. Dies ge ſchieht auch im zweiten und dritten Jahre noch; doch faͤllt im Herbſte des letzten das Behaͤufeln weg und tritt ſtatt deſſen das Ausgraben der Wurzeln ein, indem man das Erdreich in großen Stuͤcken mit dem Spaten heraushebt und Kinder die Wurzeln daraus herausklauben. Zwei Kinder folgen einem Graͤber. Die Wurzeln werden ſodann von der daran haͤngenden Erde befreit, und hierauf anf einem Hopfenofen ſo lange getrocknet, bis ſie bei dem Biegen leicht von einander brechen. Man packt ſie in die⸗ ſem Zuſtande zuſammen und verkauft ſie an die Faͤrber, die ſie zu ihrem Gebrauche zu Pulver zermahlen. Der Acker gibt 8 20 Centner Wurzeln und es wirft daher der Krappbau, trotz der vie⸗ len Arbeit und dreijaͤhrigen Landrente, die man ihm anrechnen muß, immer noch einen lohnenden Ertrag ab, wenn der Preis eines Centners nicht unter 3 Pfund Sterling ſinkt. Durch die ſtarke Einfuhr fremden Krapps, beſonders aus Holland, iſt aber gegenwaͤrtig der Preis tiefer herabgedruͤckt und damit ſein Anbau in England minder vortheilhaft geworden.

Ein Herr Miller hat ein eignes Werkchen uͤber den Anbau und die Zubereitung des Krapps geſchrieben(On the Culture and Manufacture of Madder) worin ein andres Verfahren, als das obige empfohlen und geſagt wird, daß dabei auch noch unter den gegenwaͤrtigen unguͤnſtigen Verhaͤltniſſen bedeutender Vortheil zu erwarten ſei. Das Haupteſaͤchlichſte ſeiner Vorſchriften beſteht in folgenden: der geeignetſte Boden fuͤr Krapp iſt ein milder ſan⸗ diger Lehmboden von 23 Fuß Tiefe, damit die Wurzeln ohne Hinderniß ſo tief eindringen koͤnnen. Das Land wird im Herbſt

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