38 Drittes Kapitel.
Drillwalze, um bei der breitwuͤrfigen Saat eine gleichmaͤßigere
Vertheilung des Saamens zu ſichern.
Es geht aus dem Geſagten hervor, daß eigentlich jeder Land— wirth mit Walzen verſchiedener Laͤnge, Staͤrke und Einrichtung verſehn ſein ſollte; wenn er indeſſen nur eine beſitzt, muß dieſelbe wenigſtens nach den Umſtaͤnden mit geringer Muͤhe leichter oder ſchwerer zu machen ſein. Nach dem Urtheil tuͤchtiger Sachverſtaͤn⸗ diger ſoll der Durchmeſſer einer Walze nie unter ſechzehn und nie uͤber dreißig Zoll betragen; und ihre Laͤnge, wenn ſie in einem Stuͤck, nicht fuͤnf Fuß, in zwei Stuͤcken nicht ſieben Fuß uͤber⸗ ſteigen. Ihre Anwendung iſt von großer Wichtigkeit, denn ohne ſie laͤßt ſich das Ackerwerk auf ſchwerem Boden nicht ganz zweck⸗ maͤßig und ſauber vollfuͤhren und auf wenig gebundenem Boden traͤgt ſie weſentlich zu deſſen Befeſtigung und Verdichtung bei. Das Walzen iſt ferner dem Sommergetreide bald nach der Saat und beſonders dem Weizen im Fruͤhjahr ſehr nuͤtzlich; denn wenn der Winterfroſt, wie es haͤufig der Fall, ſeine Wurzeln aus dem Boden gezogen hat, befeſtigt ſie der Druck der Walze wieder dar— in, zugleich werden dadurch die Stoͤcke gekraͤſtigt und das Be— ſtecken befoͤrdert. Unraͤthlich iſt es jedoch, den Weizen zur Saat— zeit zu walzen; denn es iſt beſſer, wenn die Oberflaͤche des Fel— des waͤhrend des Winters rauh bleibt, weil dann das Waſſer beſ⸗ ſer eindringt, als wenn ſie feſtgedruͤckt iſt, und dadurch die Pflan⸗ zen mehr vor Naͤſſe geſchuͤtzt bleiben.
Mit einer Walze gewoͤhnlicher Groͤße ſind in einem Tage ſechs Acker zu uͤberziehen; es muͤſſen daher in einer einigermaßen großen Wirthſchaft mehre vorhanden ſein, um den guͤnſtigſten Zeit⸗ punkt zu ihrer Anwendung, gleich ſo wie er gekommen, mit aller
Kraft benutzen zu koͤnnen; denn bei Naͤſſe ſollte ſie nie angewen⸗ det werden.


