Teil eines Werkes 
2,1 (1840) Darstellung der Landwirthschaft Grossbritanniens in ihrem gegenwaertigen Zustande. 2,1
Entstehung
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2 Erſtes Kapitel.

fruchtbare gibt bei ſeiner Cultur mehr und werthvollere Erzeug⸗ niſſe als der ſterile, und wenn eine gleiche Anzahl von Menſchen auf einer gegebenen Flaͤche Land wohnt, wird die auf Boden jener Art ſchneller zu Ueberfluß gelangen, als die auf dem letztern.

Die Arbeiten der Beackerung werden hauptſaͤchlich bewirkt vermittelſt des Pflugs, der Egge und der Walze; doch gibt es auch noch außerdem verſchiedene andere Werkzeuge zum Zerkruͤ⸗ meln des Bodens und zu ſeiner Reinigung von Unkraut; des⸗ gleichen auch Saͤe- und Drillmaſchinen. Durch die Aufmunte rung, deren ſich waͤhrend der letzten Kriege der Ackerbau zu er⸗ freuen hatte, wurde derſelbe ſeiner Vollkommenheit naͤher gebracht; die genannten Werkzeuge erhielten manche Verbeſſerung, und meh⸗ rere ganz neue Erfindungen kommen noch taͤglich zum Vorſchein. Viele davon haben wir den Schotten, ſowohl Landwirthen, wie Mechanikern zu verdanken. Der Ackerbau in Schottland ſtand noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts tief unter dem Eng⸗ lands; allein der Boden jenes Landes iſt in einem großen Theile ſeiner ſuͤdlichen Gegenden ausgezeichnet gut, und auf ſeine Bear⸗ beitung wurden neuerer Zeit ungeheure Kapitale verwendet, als weite Strecken in die Haͤnde ſolcher Maͤnner kamen, die nicht nur großen Reichthum mit großer Bildung verbanden, ſondern auch die Landwirthſchaft als Wiſſenſchaft behandelten und ſie mit dieſen Mitteln in der Verbeſſerung weiter brachten, als die Mehr⸗ zahl der engliſchen Farmer, die in den Gebraͤuchen und Verfah⸗ rungsarten ihrer Vorfahren ſich feſtgeſetzt haben. Die Aufmun⸗ terung, welche gleichzeitig der Mechanik zu Theil wurde, veran⸗ laßte auch mehre vorzuͤgliche Kuͤnſtler, ſich mit der Verfertigung landwirthſchaftlicher Geraͤthſchaften zu befaſſen, und ſo kommt es denn, daß die meiſten derſelben in Schottland ſorgfaͤltiger gear⸗ beitet und beſſer, nach richtigen mathematiſchen Grundſaͤtzen ge⸗ baut ſind, als die im groͤßten Theile von England gebraͤuch⸗ lichen.

Daß durch manche dieſer neuen Werkzeuge die Ackerarbeit ſehr erleichtert wird, iſt nicht zu verkennen; aber man muß doch auch geſtehen, daß die Wuth nach Neuerungen endlich zu weit ging und viele Maſchinen erfunden worden ſind, die weiter nichts fuͤr ſich haben, als ihre Neuheit, indem ſie haͤufig ſo koſtſpielig ſind, daß die Landwirthe von ihrem Ankauf abgeſchreckt werden, wenn ſie zumal ſchon die Unbrauchbarkeit mancher neuen Erfin⸗ dung kennen gelernt haben. Dies und das Fehlſchlagen mancher