Erſtes Kapitel.
Von den Ackerwerkzeugen.— Pfluͤge.
Unter Ackerbau verſteht man den Theil der Landwirthſchaft, der ſich mit Erzeugung von Koͤrnern, Huͤlſenfruͤchten und allen Ar⸗ ten von Wurzel- und Futtergewaͤchſen befaßt, die dem Boden, unabhaͤngig von natuͤrlichem Graslande, abzugewinnen ſind. Die dazu erforderlichen Arbeiten der Beackerung ꝛc. verlangen mehr praktiſche Kenntniſſe als die bisher abgehandelten Gegenſtaͤnde; denn wenn auch die Duͤngung vielleicht in wiſſenſchaftlicher Hin⸗ ſicht der wichtigſte Theil der Agrikultur iſt, und von denen, die mit den dabei zu nehmenden Ruͤckſichten unbekannt ſind, manche Schnitzer gemacht werden: ſo laͤßt ſich doch die Kenntniß davon durch Leſen blos auf theoretiſche Weiſe erlernen. Das, was der Boden ohne Arbeit hervorbringt, iſt verhaͤltnißmaͤßig nur wenig, nur durch Gewerbsthaͤtigkeit wird der groͤßte Theil jener ſinnlichen Genuͤſſe erzeugt, die der Wohlſtand ſich verſchaf⸗ fen kann, und es iſt nur eine Fortſetzung dieſer Thaͤtigkeit, welche die Dauer derſelben ſichert. Selbſt das Kapital, das zur Ent— wickelung unſerer Bemuͤhungen erforderlich iſt, kann nur durch Arbeit erlangt werden, und Art und Groͤße dieſer Arbeit beſtim⸗ men den Werth eines jeden erzeugten Gutes; ſie muß aber auf irgend einen feſtbeſtimmten Gegenſtand verwendet werden, und einer der wichtigſten iſt der Boden; denn von ihm haͤngt unſre Subſiſtenz ab, und er iſt die Hauptquelle, der wir alle unſere Kraͤfte zur Ausuͤbung irgend einer menſchlichen Kunſt verdanken. Die volkswirthſchaftlichen Schriftſteller gehen indeſſen zu weit, welche den Volkswohlſtand aus der Arbeit allein ableiten; denn es iſt augenſcheinlich, daß auch der Boden ſelbſt großen Antheil an der Erzeugung der ihm abzugewinnenden Guͤter hat. Der II. 1 4


