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Das Edelschaf in allen seinen Beziehungen : als Schlußstein dessen, was der Verfasser bereits über veredelte Schafzucht geschrieben / von J. G. Elsner
Entstehung
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vorenthalten mußte, erſetzt ſich durch den rationellen Ackerbau, bei welchem man die pflanzennaͤhrenden Stoffe, welche frei geworden ſind, und in der Atmo⸗ ſphaͤre ſchweben, ſich, d. h. den angebauten Fruͤchten, anzueignen und zuzufuͤhren weiß.

Unter allen thieriſchen Producten aber, welche ein Land zur Ausfuhr erzeugt, entzieht die Wolle dem Lande am wenigſten von ſeinem Bodenreichthum, und dieß insbeſondere, wenn wir ihren Werth mit der etwaigen Maſſe, die ſie von demſelben zu ihrer Erzeugung bedarf, vergleichen. Stellen wir einmal dieſen Werth und die Maſſe mit dem Werth und der Maſſe des Getreides in Vergleich. Man wird wenig fehl gehen, wenn man annimmt, daß ein Centner trocknes Getreide, mit einem Centner trockner Wolle hinſichtlich deſſen, was ſie von jenem Bodenreichthum zu ihrer Erzeugung beduͤrfen, gleich ſteht. Nun aber gilt ein Centner Getreide im beſten Falle etwa 4 5 Thlr., wogegen wir fuͤr einen Centner veredelter Wolle mindeſtens 60 70 Thlr., folglich fuͤnfzehnmal ſo viel erhalten. Welch ein Unterſchied! Wo wir daher ein gewiſſes Quantum von erſchoͤpfter Boden⸗ kraft fuͤr einen Thaler verkaufen, wenn es in Getreide umgewandelt iſt, da erhalten wir dafuͤr, wenn es in Wolle verwandelt iſt, 15 Thaler. Alſo koͤnnen wir 15 Jahre lang Wolle ausfuͤhren bei einer gleichen Bodenausſaugung, als wir es, wenn unſer Acker- bau gleich bleiben ſoll, bei Getreide nur ein Jahr thun koͤnnen.

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