betrieben wuͤrde. Da wuͤrden alle die Jahre, wo nicht eine beſonders guͤnſtige Witterung den Ertrag ins Hohe ſtellte, zu Mangel- und Hunger-Jahren werden. Der natuͤrliche Bodenreichthum iſt allemal da am groͤßten, wo ein Land ſich erſt bevoͤlkert und ihn durch ſeinen Ackerbau erſt aufzuſchließen anfaͤngt. Denn werden auch im Laufe der Zeit die Ernten reichlicher, ſo ruͤhrt dieß nur daher, weil dieſer Reich— rhum in raſcheren Umlauf geſetzt wird. So lange jedoch die Cerealien Gegenſtaͤnde der innern Ver— zehrung bleiben, ſo lange wird das Grundcapital nicht angegriffen. Sobald alſo Getreideausfuhr ſtatt⸗ findet, iſt dieß nicht mehr der Fall, denn damit geht man ans Grundeapital. Freilich lehrt uns der ra⸗ tionelle Betrieb des Ackerbaues, daß ſich dasſelbe wieder erſetzen laſſe, aber das hat doch zuletzt ſeine Graͤnzen. Aus allem dem aber folgt der Schluß und beſtaͤtigt ſich die Wahrheit: daß eine dauernde Ausfuhr von Getreide zuletzt zum Verder⸗ ben eines Landes ausſchlagen muͤſſe. Fra— gen wir doch einmal, ob ſich fuͤr dieſen Satz keine Erfahrung auffinden laͤßt? Mich duͤnkt, wir duͤrfen nach einer ſolchen nicht lange ſuchen. Sicilien und Aegypten bieten ſich uns als Beiſpiel. Sie waren in alten Zeiten die Kornkammer fuͤr Italien. Sind ſie es noch? Wer vermag darauf mit Ja zu antworten? Wiſſen wir nicht, daß beide Laͤnder nur in ſehr fruchtbaren und geſegneten Jahren Ueberfluß haben? Aber darauf kann man ja einwenden, daß
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Das Edelschaf in allen seinen Beziehungen : als Schlußstein dessen, was der Verfasser bereits über veredelte Schafzucht geschrieben / von J. G. Elsner
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