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innern Verkehrs herbeigefuͤhrt wird. Um dieß recht zu fuͤhlen, denke man ſich uns ploͤtzlich dieſen Theil des Activhandels entzogen. Welche Stdͤrung und welche Laͤhmung des ſaͤmmtlichen Handels- und Ge⸗ werbsverkehrs wuͤrde dieß verurſachen! Mit dem Gelde iſt es, wie mit jeder Waare. Nicht das genaue Verhaͤltniß des vorhandenen zu dem beſtehenden Bedarfe, ſondern die Meinung beſtimmt ſeinen Ueber⸗ fluß oder ſeinen Mangel, und dieſe Meinung bildet ſich ſehr bald, wenn nur eine Kleinigkeit uͤber oder unter dem Bedarfe vorhanden iſt.
Wir muͤſſen dieſen Gegenſtand aus einem Geſichts⸗ punkte betrachten, wo uns ſeine Wichtigkeit noch klarer in die Augen faͤllt. Unſer Landbau ſteht bis jetzt noch immer auf dem Punkte, daß er der Lebens⸗ mittel mehr poducirt, als unſere Bevoͤlkerung bedarf. Deßhalb wuͤnſcht nicht allein der Landwirth, ſondern ein jeder, dem daran gelegen iſt, daß unſer Tauſch— mittel, das Geld, ſich nicht allzuſehr vermindere, Ausfuhr nach dem Auslande. Eine ſolche aber kann fuͤr ein Land nur ſo lange als etwas Vortheilhaf— tes betrachter werden, als ſein natuͤrlicher Boden⸗ reichthum noch in Ueberfuͤlle vorhanden iſt, und als ſeine Bevoͤlkerung noch lange nicht den maͤßigen Er— trag einer ſehr mittelmaͤßigen Agricultur zu conſumiren im Stande iſt. Auf dieſem Punkte aber ſteht Deutſch⸗ land ſchon lange nicht mehr, und wir wuͤrden dieſe Wahrheit empfindlich fuͤhlen, wenn bei der gegen— waͤrtigen Bevoͤlkerung die Agricultur nur mittelmaͤßig
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