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wo dieſes modificirte Dreifelderſyſtem herrſcht, jetzt faſt gar kein Mangel und daraus hervorgehende Hungersnoth mehr eintreten zu koͤnnen ſcheint. Die Umgeſtaltung des fraglichen Syſtems hat gleichen Schritt gehalten mit der Einfuͤhrung und Ueber— handnahme des Fruchtwechſel⸗Syſtems, von dem es eigentlich eine Nachahmung genannt werden kann.
Iſt es nun aber factiſch bewieſen, daß durch dieſe beiden Syſteme die Ackerflaͤchen, welche fuͤr den Anbau menſchlicher Nahrungsmittel beſtimmt ſind, ſich nicht allein nicht verringert, ſondern vielmehr vergroͤßert haben, ſo iſt auch noch eine zweite Frage zu beantworten, naͤmlich die, wie es um die Er— tragsfaͤhigkeit dieſer Ackerflaͤchen ſtehe? Da laͤßt ſich denn ohne Scheu behaupten, daß dieſelbe ſehr zu⸗ genommen habe, was auch ohne weiteres aus der Vermehrung der Viehbeſtaͤnde und der damit gleich— zeitig zunehmenden Duͤngermaſſe erfahrungsmaͤßig folgt. So haben ſich denn die Mittel zur Getreide⸗ erzeugung gleichzeitig mit der Hervorbringung von andern Conſumtibilien vermehrt, und der Beweis dafuͤr liegt in der fuͤr die immerfort reißend zu— nehmende Bevoͤlkerung ausreichenden Menge von Lebensmitteln vor. Fragen wir, durch welches Wunder das bewerkſtelligt worden, ſo koͤnnen wir, ſo unparteiiſch wir immer ſeyn wollen, doch nicht in Abrede ſtellen, daß dem Edelſchafe ein großer An— theil daran gebuͤhre.
Wir kommen mit dem Geſagten auf nachſtehende


