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entgegengeſetzte Eigenſchaft hat, d. h. wenn ſie wenig Neigung zur Bildung hoher Bogen zeigt, ſondern vielmehr gradeaus waͤchst. Eigentlich ſchlicht, d. h. ohne alle Bogen, gibt es aber keine Merinowolle, und nur unter ganz beſondern Umſtaͤnden iſt ſie ſol— ches. Denn in der Conſtruction des Wollhaares der Edelſchafe liegt die nothwendige Bedingung der Bie— gungen, und dieſe koͤnnen daher nur alsdann aus— bleiben, wenn dieſe Conſtruction eine Alteration er— leidet. Moͤglich iſt ſo etwas, auch iſt mir es in der Erfahrung ſchon vorgekommen. Alsdann bekommt aber die Wolle ein eigenthuͤmliches Anſehen und ein ganz beſonderes Luͤſter. Waͤre es moͤglich, eine Schafart zu zuͤchten, welche ſie ausſchließend truͤge, ſo wuͤrde ſelbige ungemein gut rentiren. Aber ſo iſt ſie nur ein durch voruͤbergehende Umſtaͤnde veran— laßtes Naturſpiel. Ich habe ſie in einigen ſaͤchſi— ſchen Schaͤfereien gefunden, wo die Heerden viel im Walde geweidet hatten, und da mir dieſelbe Erſchei— nung in Schleſien unter gleicher Veranlaſſung wie— der zu Geſicht kam, ſo muß ich annehmen, es habe die Waldweide ſie zuwege gebracht. Auf welche Weiſe ſie aber feſt zu halten ſeyn duͤrfte, das kann ich nicht beſtimmen, da mir die Gelegenheit gefehlt hat, derartige Verſuche anzuſtellen.— Die lange, ſogenannte Merino⸗-Kammwolle hat zum Theil die Eigenſchaft der ſchlichten, wobei wir aber immerfort an Biegungen denken muͤſſen, obgleich ſie bei weitem nicht ſo hoch ſind, wie bei der gekraͤuſelten. Ferner


