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Das Edelschaf in allen seinen Beziehungen : als Schlußstein dessen, was der Verfasser bereits über veredelte Schafzucht geschrieben / von J. G. Elsner
Entstehung
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Grund vorhanden, ſie fuͤr homogen mit ihm zu halten, und ſelbſt der Umſtand, daß dieſe Thier arten ſich fruchtbar unter einander begatten, iſt noch kein hinlaͤnglicher Beweis, eben ſo wenig als dafuͤr, daß das edle Pferd vom Eſel abſtammen, oder wohl gar jenes in dieſen ausgeartet ſeyn ſollte. Ohne hin bedurfte es ſicher Jahrtauſende und des Zuſam mentreffens verſchiedener Einwirkungen der Natur, ehe aus dem gemeinen Schaf ein Edelſchaf wurde. Der Menſch vermittelſt ſeiner Intelligenz bewirkt freilich ſolches raſcher, indem er Eigenſchaften feſt haͤlt und zur Conſolidirung bringt, welche die Na tur nur aͤußerſt langſam und durch eintretende Zu faͤlle hervorruft. Ueberdieß haͤlt ſie allzu feſt an ihren primitiven Gebilden, als daß Varietaͤten nicht erſt in langer Zeit von ihr zur Erſcheinung gebracht werden ſollten.

Daß aber die Anlage zu Varietaͤten in jeder Thierart liege, beweist ſich in der Verſchiedenheit der einzelnen Individuen derſelben. Darin gibt die Natur dem Menſchen einen Fingerzeig fuͤr das, was er hervorbringen kann. Denn wenn er dieſe Ver ſchiedenheiten genau und klar auffaßt, ſie an maͤnn⸗ lichen und weiblichen Exemplaren gleich oder aͤhnlich findet, und ſolche zur Begattung laͤßt, ſo ſprechen ſich in den Nachkommen die aufgefaßten Eigenſchaf⸗ ten wieder aus, und werden am Ende feſt, wenn eine ſolche Paarung in mehreren Generationen fort geſetzt wird. Auf dieſe Art iſt es moͤglich, aus ge⸗